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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 483 -
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Seite - 483 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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L ö w e . 483 Löwe , Ludw. (eigentlich Daniel I oh . Ludw.) , k. k. Hofschauspieler, wurde den 29. Iän. 1795 zu R in te ln in Churhes- sen geboren. Sein Vater, Friedrich August L., war der Sohn eines Bürgers von Perleberg in Preußen, und hatte schon in früher Jugend seine Heimath verlassen, um sich der Schauspielkunst zu widmen. Bey der Spindler'schen Gesellschaft, welche damahls Sachsen durch- zog/ engagirt, lernte er die Schauspielerinn Therese Mayer , die Tochter eines Arztes aus Innsbruck, kennen, und vermahlte sich mit ihr. Einige Zeit darauf verließen Beyde die Spindler'sche Gesellschaft. DerVater errichtete selbst ein wanderndes Theater, und hatte durch sein rechtliches Betragen das Glück, sich die Privilegien, in Preußen, Sach- sen, Mecklenburg und Westphalen zu spielen, zu verschaffen. Durch 25 Jahre stand er diesem Geschäfte mit musterhafter Ordnung und Rechtlich- keit vor. Ludwig L. betrat unter den Augen seines Vaters die Bühne, und versuchte sich mit vielem Geschicke in mehreren, ja sogar weiblichen Kinderrollen, wie z. B. als Lili im „Donauweibchen." Nach dem 1806 erfolgten Tode des Vaters, kam Ludwig , nebst seinem jüngern Bru- der Car l , in das Haus seines alteren Bruders Ferd inand, welcher damahls bey dem Magdeburger Stadttheater angestellt war. (Ferdi- nand L./ zuletzt bey dem Hoftheäter zu Frankfur t a. M. engagirt, genoß in Deutschland eines ausgezeichneten Künstlerrufes. Zu einem Gastspiele nach dem Hofburgtheater in Wien berufen, starb er daselbst, noch vor Eröffnung desselben, am 13. May 1832; dessen Tochter, So- phie L. ist in W ien als Hofopernsängerinn engagirt und sehr beliebt.) Beyde besuchten die Schule des Liebfrauenklosters. Da geschah es, daß der Schauspieldirector N u t h , der damahls mit seiner aus lauter Kin- dern bestehenden Gesellschaft Norddeutschland durchzog, auch in Mag- deburg sein Theater aufschlug/ und in dem damahls l3jährigen Lud- wig den Gedanken erweckte, in die jugendliche Schauspielergesellschaft aufgenommen zu werden. Der altere Bruder gab sich vergebens alle Mü- he, diesen Vorsatz zu bekämpfen, und sah sich endlich gezwungen, den dringenden Bitten Ludwig's nachzugeben. Die Reise ging nach Qued- l inburg. L. fand in seinen neuen Verhältnissen Gelegenheit genug, sich in den verschiedenartigsten Rollen zu versuchen, und zeigte in jener Zeit eine besondere Geschicklichkeit für das Fach der Alten. Indessen ver- mochte er sich in seiner Lage nicht lange zu gefallen, denn den armen. Kindern wurden ihre Kunststudien auf eine oft empörende Weise durch Hunger und Mißhandlungen erschwert. Solch schlechter Behandlung überdrüssig, kehrte L. schon nach einem Jahre wieder nach Magde- burg zu seinem Bruder zurück. 1810 reiste er mit seiner Mutter und seinem Bruder Car l zu seiner Schwester J u l i e , welche da- mahls in Wien privatisirte. Koch und Krüger, k. k. Hofschauspie- ler, die das Haus seiner Schwester besuchten, erkannten in dem da- mahls kaum 15jährigen Knaben ein beachtenswerthes Talent, und ihren freundlichen Bemühungen hatte er die Auszeichnung zu verdanken, daß er im Hoftheater zwey Mahl, als Eduard Bronnstein im„Incognito"und als Anton in den „Verwandtschaften" auftreten durfte. Ganz besonders ,nahm sich Krüger um L. an, und studirte mit ihm auch die Rollen. 31 *
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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