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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 486 -
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486 Löwenthal. — Löwijohn. wachs durch die berühmte Appel'sche Münzensammlung (s. Appel) er- halten ; welche er in Gemeinschaft eines andern vorzüglichen Münzen- sammlers in W l e n , an sich gekauft. Löwenthal , Maz', Hofconcipist bey der k. k. allgemeinen Hof- kammsr, ist geboren zu Wien am 7. April 1799. Mit Vorliebe wen- dete er sich frühzeitig der Dichtkunst zu, und übersetzte noch als Gym- nasialschüler eines der Trauerspiele des Seneca in deutschen Alexan- drinern. Durch den Tod seines Vaters, eines wohlhabenden Kaufmanns, in einem Alter von 13 Jahren beynahe unabhängig, vollendete er seine Rechtsstudien an der Wiener Universität, und unternahm dann eine Reise durch den cultivirteren Theil von Europa. Er sah Frankreich (sich beynahe ein halbes Jahr in Par is aufhaltend), England, Schott- land, die Niederlande und Deutschland. Nach Beendiglckg dieser Reise trat er (1323) in den österr. Staatsdienst. 1827 besuchte er, jedoch nur fiüchtig, die Schweiz und Italien. Seine bisherige literarische Thätigkeit beschränkt sich auf Folgendes: Kleine Erzählungen, Reiseskizzen über Italien, Fragmente eines dramatisirten Cid, und einige Gedichte, wel« che in der Abendzeitung, der Wiener-Zeitschrift, dem osterr. Archiv und der Theaterzeitung zerstreut sind. Andere Gedichte wurden bey besonde- ren Anlässen und für Freunde gedruckt. Außerdem erschien von ihm: Skizzen aus dem Tagebuche einer Reise durch Frankreich, Großbritan« nien und Deutschland. 2 Bde. Wien 1325. Dieß Buch enthaft viel Gutes unter vielem Gewöhnlichen und Unreifen. Frische und Selbst- ständigkeit der Ansicht, lebendige Auffassung und geistvolle, gediegene Darstellung sind daran zu loben. Jugendlicher Widerspruchsgeist aber riß den Verfasser zu mancher Schilderung und mancher Behauptung besonders gegen Frankreich und die Franzosen, hin, die er, wenn er sein Buch später dem Drucke übergeben hätte, schwerlich gewagt haben würde. — Die Caledonier, ein Trauerspiel, Wien 1326, ist ein großtentheils mißglück« ter Iugendversuch, der dem Schreibepult nie hätte entrissen werden sol» len. — Der Cid, ein Gedicht, Wien 1331, ist ein kleiner Romanzen- kranz, welcher, ohne mit dem berühmten Werke Herder's in die Schranken treten zu können oder zu wollen, durch Glätte und Rundung der Form und durch den Hauch warmer Begeisterung anspricht, der über das Ganze ausgegossen ist. Ein von L. nach dem Englischen des Murphy bearbeitetes Lustspiel: Die Freunde nach der Mode (spater von einem anderen Bearbeiter unter dem unpassenden Titel: Männer« freundschaft, auf die Bühne gebracht), wurde 1322 auf dem ständischen Theater in Prag aufgeführt. Löwisohn, Sa lomon, israelitischer Gelehrter, war geboren 1789 zu Moor in Ungarn. Sein Vater, ein, sowohl in der Bibel, als dem Talmud sehr bewanderter Gelehrter, unternahm seinen Unter- richt bis ins 15. Jahr. Frühzeitig umfaßte seine rege Phantasie die Ge- schichte seines Volkes mit glühendem Enthusiasmus; mit Eifer studirte er die hebräische Sprache, die er bald innehatte, und sich sodann auf die lateinische, italienische und französische Sprache mit gleicher Wißbe« gierde verlegt?. Bald begann er auch, nachdem er sich in Prag nebst dein Studium der chaldäischen und griechische« Sprache, auch die engli«
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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