Seite - 488 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Bild der Seite - 488 -
Text der Seite - 488 -
o m b a r d i e.
Johann , der minderjährige Sohn des Vorigen / gelangte 1476 zur
Regierung/ wurde aber von dem bösen und hinterlistigen Lud wigMo-
ro, seinem Vormunde und Oheim, durch Vergiftung 1494 aus dem
Wege geräumt. Dieser behauptete sich indessen nur bis 1499 in Mai -
land, in welchem Jahre er, von dem allgemeinen Hasse des Volkes
verfolgt, entfliehen mußte, worauf Ma i l and nach einander unter
dem Einflüsse verschiedener Regierungen stand, bis Frankreichs König,
Franz I . , durch viele Unfälle bewogen, seinen Ansprüchen ganz ent-
sagte, und nochmahls ein Sforza (Franz) zum Besitze von Mai -
land gelangte, mit welchem dieses Geschlecht 1535 gänzlich ausstarb. Hier-
auf verlieh Kaiser Car lV. seinem Sohne Ph i l i p p M a i la n d als eröff-
netes Reichslehcn, wodurch es 1540 an die span. Linie des Hauses Habs-
burg kam, beyder dieses Herzogthum auch bis zu ihrem Erlöschen (1700)
verblieb. Frankreichmachte nun doppelteAnsprüchehierauf; alleinEug en's
bey Tu r in erfochtener Sieg (1706), in Folge dessen dieFranzosen ganz
Italien verlassen mußten, erhielt der österr. Linie des H a bsbu rg'schen
Hauses den Besitz dieses Landes, von welchem inzwischen bereits unter den
Viscont i 's und Sforza's ansehnliche Theile (Bergamo, Bres-
c ia , Cre mona u. m. a.) verloren gegangen sind, und an die Vene-
tianer abgetreten werden mußten. Spater als Ma i l and entstand der
kleine Staat von M a n t ua. Man tua litt gleichfalls durch die Par-
teyungen mannigfaltige Veränderungen in seinen Verfassungsformen,
bis Franz von Gonzaga 1432 mit der markgräfiichen Würde, die
ihm Kaiser S ieg mund verlieh, die Herrschaft über die Stadt und
ihr Gebieth erhielt. Fast hundert Jahre spater erhob Kaiser Car l V.
1530 den Markgrafen Friedrich I I . zum Herzog, indem er sein Ge-
bieth mit dem Reichslehen Mon t fe r ra t erweiterte. Aber mehrere
Theilungen erhielten den Staat von M a n t u a klein; denn Oua-
stalla und das Herzogthum Mon t fe r ra t bekamen Nebenlinien, und
die mächtig gewordene Republik Vened ig verhinderte ebenfalls jede
neue Erwerbung in ihrer Nachbarschaft. Nach dem Aussterben derHaupt-
linie der Dynastie 1727 machte die Nebenlinie zu Guastal la Ansprü-
che auf M a n t u a , doch erhielt es zuletzt das französische herzogliche
Haus Nevers seiner nähern Ansvrüche wegen, und Kaiser Ferdi-
nand I I . belehnte es 1631 förmlich mit M a n t u a ; Mont fe r ra t
erhielt bey dieser Gelegenheit Savoyen . Herzog Car l IV. ward im
span. Erbfolgekrieg wegen des Antheiles, den er an der französ. Partey
nahm, der Lehensuntreue an Kaiser und Reich beschuldigt, und von dem
Kaiser Car l VI . geächtet. Dieser behielt auch das Land nach wiederherge-
stelltem Frieden 1713 und 1714 zur Entschädigung für die Kriegskosten;
Savoyen hingegen wurde im Besitze von Mon t fe r ra t bestätigt.
Von nun an blieben Ma i land und Man tua vereinigt bey dem
Hause Osterreich, bis im Laufe des französijchelvNevolutionskriegs 1796
ein feindliches Heer unter Bon aparte's Anführung in Italien ein-
drang, und nebst anderen Provinzen auch die daselbst gelegenen öster-
reichischen, nach dem endlichen Falle von Man tua (den 2. Febr. 1797)
gänzlich in Besitz nahm. In dem hierauf zu Leob en (am 7. April)
zwischen Osterreich und Frankreich geschlossenen Proliminar-Frieden wur-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie