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L o n k a . — L o s y . 493
Cavalese, Ioh . Franz v. Riccabona übernahm er die Seelsorge
zu Varenna, welcher er durch 20 Jahre unter dem Nahmen eines
Vicecuraten mit Eifer vorstand, doch auch zu seiner Erheiterung bis zu
seinem Tode im Malen fortfuhr. Er starb den 26. May 1820 in einem
Alter von 78 Jahren. Sein ganzes Vermögen, außer dem Ererbten,
welches er seinen Verwandten hinterließ, vermachte er z-u verschiedenen
frommen Stiftungen. Von seiner Kenntniß in der Architektur geben die
vor wenigenIahren aufgeführten 2 schönen Thürme, einer zuThesero,
der andere auf dem Platze zu Cav alese Zeugniß , und in der Öl-
malerei das Altarblatt/ in der Rosenkranzcapelle ebendaselbst. In Fresco«
gemalden aber war er besonders glücklich.
Lonka, ungar. Dorf im Marmaroser Comitat, an der Theiß,
wo in Thonschiefer zwischen Kalkspathgangen sehr schone Bergkrystalle
vorkommen. Bey L. findet man auch vortrefflichen Quarz zur Glasfabri-
kation und in der Theiß wird Gold gewaschen.
Lorch (Laureacuin), eine in der Gegend von Enns gelegene
bedeutende römische Niederlassung, welche heut zu Tage zu einem armen,
beynahe verschwundenen Dörflein herabgesunken ist. Hier war unstreitig
die Wiege des Christenthums im ganzen Umkreise der jetzigen österr.
Staaten. Es warNoricumsundPannoniens Mutterkirche, ja seit vielen
Jahrhunderten erhielt sich die Sage, Marcus und Lucas selbst
hatten zu L. das Evangelium gepredigt. Hier litten auch der christliche
Tribun F lo r i an , so wie noch mehrere andere Glaubenshelden den
Märtyrertod. Schon zur Zeit der großen Völkerwanderung war L. ein
Bisthum, dann spater einErzbisthum, in dessen Sprengel selbst V indo-
bona gehörte; ein wilder Verheerungszug der Avaren verödete 737 n.
Chr. L. und dessen Bischofsitz wurde nach Passau verlegt, zu welchem
Sprengel Wien bis zur Erhebung des Bisthums in ein Erzbisthum
gezählt wurde.
Loschiy (Lofstitz), mähr. Stadtchen im Olmützer Kreise, am
linken Ufer derTrzebowka, unterdessen 1,650 Bewohnern es viele Wollen-
zeugweber gibt. -
Lossuncz, ungar Marktflecken im Neograder Comitat, mit 3,000
Einwohnern, wegen seiner äußerst kothigen Gassen Lutetia Hungaro-
rum genannt. Die Reformirten, welche den größten Theil der Bevölke-
rung ausmachen, haben hier ein Gymnasium.
^osy, Franz Graf v., einer der größten Lautenspieler in
Europa, aus Böhmen 1633 gebürtig. Gleich in seiner ersten Jugend
zeigte er große Neigung, sowohl zu den Wissenschaften, als zu der
Musik, die zu dieser Zeit vom böhm. Adel mit vielem Fleiße getrieben
wurde. Graf L. ergriff das Instrument der Laute, und bildete sich zu
einem so großen Virtuosen, daß er keinen seines gleichen, weder in
Frankreich, noch in Italien gefunden haben soll. Er lebte zu Prag mit
einem jährl. Einkommen von 80,000 Gulden ganz für die Musik, und
machte manchmahl Reisen ins Ausland. So hielt er sich 1697 zu Leip-
zig auf. L. brachte wirklich sein Instrument zu einer großen Vollkommen-
heit. Auf seinen Reisen liest er oft die Pferde halten, um eine Idee in
der Composition anzumerken. Die Metbode der Franzosen und Italiener,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie