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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 495 -
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L o t t o w c s e n. 495 den trierischen und pfalzischen, und vielen kleineren Dynasten-Besitzun- gen, die Landgrafschaft Elsaß, und die Bisthümer Metz, Toul und Ver dun umschloß, erhielt sich — nur in einem sehr verkleinerten geographischen Umfange unter Regenten aus der Familie des Herzogs Ethico — derNabme L. mit Bar. — Auf Ober-Lothringen warf sich Frankreichs Politik, seit sie den mißlungenen Eroberungsplan auf Italien unter Carl V I I I . , Ludwig X I I . , und Franz I . , mit der bequemer gelegenen Erweiterung auf Deutschlands Kosten unter Heinrich I I . vertauschte, und bis auf die neuesten Zeiten festhielt. So bemächtigte sich bereits Heinrich I I . (1552) der Bisthümer Metz, Toul und Verdun, Ludwig XIV. brachte bedeutendeTheile von den spanischen Niederlanden, und (1643) den Elsaß, Sundgau, so wie später selbst St raßburg (1681) an Frankreich. Der von Deutschland gewöhnlich verlassene Herzog von L. empfand seit 1670 die ganze Schwere dieses mächtigen Nachbars, welchem freylich die Politik der Dynastie L., die sich an Ludwig's Gegner anschloß, höchst unwillkommen war. Zwar besetzte Ludwig (1670) das ganze Land des Herzogs Car l IV. von L., -und der Bru- derssohn und Erbe des Letztern (seit 1675) Carl V. (s. d.), der, wiesein Oheim an Osterreich sich anschloß, und an der Spitze der Heere des Kaisers Leopold I. stand, mit dessen Schwester, der verwitweten Köni- ginn von Polen, Eleonore, er vermählt war, behauptete mehr nur das Recht auf L. als auf dessen Besitz. Allein der älteste Sohn desselben, der Herzog Leo pold Joseph, ward durch den Ryswicker Frieden (1697), in welchem Ludwig's XIV. Politik, wegen der Aussicht auf die baldige Erledigung des spanischen Thrones, geschmeidiger geworden war, in L. und Bar hergestellt, und erhielt von den europäischen Machten den Ti- tel: Königliche Hoheit. Bey seinem Tode (27. März 1729) folgte ihm zwar sein Sohn Franz (III.) S tephan in der Regierung. Dieser hatte sich aber bis dahin am Hofe Carl's VI . befunden, und ernannte seine verwitwete Mutter, die Prinzessinn El isabeth Ch ar lot te von Orleans, zur Statthalterinn der beyden Herzogthümer. Bestimmt zum Gemahle Mar ia Theresiens willigte er und der kaiserliche Hof im Wiener Frieden in die^on F l eu r y beabsichtigteVertauschung L.'s mit dem Großherzogthum Toscana, dessen mediceischer Mannsstamm mir dem Herzoge IohannOasto am 9. Iuly 1737 erlosch. So verzich- tete Franz I I I . auf Bar (24. Sept. 1736), ;md auf L. (9. Iuly 1737), welches durch den Wiener Frieden völlig von dem deutschen Rei- che getrennt ward. Er erhielt von den Stammbesitzungen seinerDynastie bloß die Grafschaft Falkenstein, Titel und Wapen von L. und Bar, und die auf der abgetretenen Markgrafschaft Nomeny haftende Stimme im Fürstencollegium des deutschen Reichstages. — Der neu erworbene Staat Toscana ward nicht mit den übrigen osterr. Erblandern verschmol- zen, sondern von dem Grosiherzoge Franz S tephan (14. Iuly 1763) zu einer Secundogenitur des Habsburg. - lothringischen Stammes erhoben. Lottowesen. Das Lottogefäll wurde unter der Regierung der Kaiserinn Mar i a Theresia als Lotto di C,enova (nach der Erfin- dung der Genueser) mit 90 Zahlen, wovon bey jeder Ziehung 5 heraus-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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