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Lotto - Hofduchhaltung. — Loudon. 497
ist mit der Lottogefälls-Direction vereinigt). Die Provinzial-Loitoämter
bestehen aus einem Verwalter, Controllor und Archivar, mit den zuge-
theilten Casse- und sonstigen Hülfsbeamten. Die Lottocollecturen sind
Privatpersonen gegen eine angemessene Caution, welche ihnen mit 5
Percent verinteressirt wird, und gegen Beobachtung der bestehenden
Directioen überlassen und werden ordentlich von Seite der Direction ver-
liehen. Die Lotto-Collectanten beziehen übrigens von dem eingesammel-
ten Gelde gewisse Percente (in der Stadt Wien 4 Percent, in den
Vorstädten und auf dem Lande überhaupt 5 Percent). — In neuerer
Zeit sind die Güter-Lotterien entstanden, wodurch Realitäten, ja ganze
Herrschaften mit öffentlicher Bewilligung und unter Garantie bedeu-
tender Großhandlungshäuser, welche den Hauptabsatz der Lose auf sich
nehmen, ausgespielt werden. Es ist das Mittel, den verschuldeten Be-
sitzern aufzuhelfen. Gewöhnlich wird damit eine Geld-Lotterie verbun-
den, um die Realitäten nichr unter dem Werthe zum Nachtheile der
Gläubiger herzugeben, wodurch Concurse vermieden werden.
Lotto-Hofbuchhaltung, s. unter General-Rechnungs-
Directorium.
^oudon, Gideon Ernst Freyherr v., k. k. Feldmarschall,
geheimer Rath und des M. Theresien-Ordens Großkreuz, geboren 1716
zu Trotzen in Liefland. Aus einer in Liefland ansaßigen, ursprünglich
schottischen Familie entsprossen und für den Kriegsstand bestimmt, trat
der künftige große Feldherr im 15. Jahre als Cadet in russische
Dienste, und etwas Geometrie mld Geographie war Alles, was er mit-
brachte. Die wissenschaftliche Bildung, welche er nicht haben konnte,
mußten ihm reiche Naturgaben und eine rege Wißbegierde ersetzen, die
ihn auch im Alter nicht verließ. Seinen ersten Feldzug that er in Polen
(1733). Er kam mit den ruffischen Hülfsvö'lkern au den Rhein (1735),
und von da zurück an den Dniepr zu den großen Unternehmungen, in
denen der berühmte Feldmarschall Münnich gegen die Türken (1736
-^39) so glänzende Fortschritte, und L. unter ihm seine erste mili-
tärische Erfahrung machte. Bey dem Frieden mit der Pforte war er
Oberstlieutenant. Zu Petersburg fand er nicht die Befriedigung sei-
ner Wünsche, zu Ber l in keine Aufnahme, aber ein freundlicheres Gehör
zuSchönbrunm Aus Zufall hatte ihn der Großherzog Franz, den er
nicht kannte, im Vorsaale angesprochen, und ihn selbst seiner Gemahlinn
angesagt. — Indessen war die erste Anstellung eine Compagnie unter
dem slavonischen Freycorps, dessen Anführer ihn aus dem russischen
Dienste gekannt hatte. Von einem L. darf matt es wohl sagen, daß er
Panduren-Hauvtmann gewesen ist. Entfernt von der unnützen Grau-
samkeit und wilden Plünderungsgier, die Tren k's Andenken befleckt,
theilte er mit ihm, was von seinen Zügen in Bayern und am Rheine
(1742—44) wahrhaft verdienstlich war. Bey SArek war L. mit
seiner Compagnie auf dem ersten Schiff, welches den Übergang eröffnete.
Im weiteren Vorrücken wurde er in einem Vorpostengefechte durch den
hohlen Leib geschossen, von den Franzosen in diesem Zustande gefangen
gemacht, bey ihnen gehellt, und von seinen Leuten bey Gelegenheit
eines Überfalles befreyt. Diese Wunde war die einzige in den lausend
Oesterr. Nat. Encykl. Bd. III. 32
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie