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Ludwigs tha l . — Lueg. 507
reich Krieg ausgebrochen war, wurden die Strettkräfte des Kaisers ge-
theilt, der Markgraf erhielt den Oberbefehl der Armee in Ungarn. Ob-
schonseineHeeresabtheilungkaum mehr24,000 Mann zahlte, und ihm die
Türken bey weitem überlegen waren, siegte er doch bey dem Übergänge
über die Morawa, nahm die Festungen Nissa und Widd in , und
reiste hierauf nach Augsburg, um dort dem Kaiser seine Maßregeln
für den folgenden Feldzug vorzulegen, und auf Verstärkung zu dringen.
Mittlerweile hatten die Türken wieder bedeutende Fortschritte gemacht,
die Österreicher von den siebenbürgischen Passen verdrängt, und Nissa,
Widdin, Semendr ia und Belgrad wieder erobert. Beym Wie-
derbeginn des Feldzuges 1691 stellte sich jedoch L. W. mit einem ansehn-
lich verstärkten Heere dem Feind entgegen, griff ihn den 19. Aug. bey
Salankemen an, und errang einen so vollständigen Sieg, daßdleTür-
ken über 25,000 Mann sammt ihrem Vezier todt auf dem Wahlplatz lie-
ßen. Kaiser Leopold ernannte den Markgrafen dafür zu seinem Ge-
neral-Lieutenant in Ungarn. Nach der Beendigung dieses Feldzuges er-
hielt L. W. den Oberbefehl über die Reichsarmee gegen die Franzosen,
er siel 1694 in Elsaß ein, und bewies ßroße Thätigkeit, ohne daß es
jedoch, wegen der beyderseitigen Schwäche, zu großen Unternehmungen
kam. Nach dem Tode Sobieski's 1697 bewarb sich der Markgraf,
wiewohl vergeblich, um den polnischen Thron, und kehrte dann in fein
Land zurück, das durch die Kriege sehr gelitten hatte; seine Residenz
Rastadt fand er niedergebrannt, und er hatte vollauf zu thun, um
sein Erbe wieder in guten Stand zu setzen. Beym Ausbruch des spani-
schen Erbfolgekrieges 1702 erhielt L. W. das Commando der kaiserlichen
und der Reichstruppen, und eroberte an der Seite des kaiserl. Kronprin-
zen Joseph I. Land au. 1703 bewies er sein Talent in der Befesti-
gungskunst durch Anlegung der berühmten LinienvonStollh ofen, doch
war ihm hier das Kriegsglück weniger günstig; Keh l , Breysach und
Lan d au gingen verloren, auch konnte er dieVereinigung der Franzosen mit
den Bayern nicht hindern. 1704 vereinigte sich der Markgraf mit dem
berühmten Eugen, der Sieg am Schellenberg wurde erkamvft,
und L. W. eroberte Landau wieder. Sein weiterer Plan, 1705 Frank-
reich von der Mosel aus in seinen Oränzen anzugreifen, scheiterte an
den spaten Zurüstungen der Reichsarmee, 1706 schützte der Markgraf
das rechte Rheinufer, mußte sich jedoch wegen wiederholter Kränklichkeit
bald vom Kriegsschauplatze entfernen, und starb zu Rastadt den
4. Jänner 1707.
Ludwigsthal , schles^ Dorf im Troppauer Kreise, hat ein Eisen-
bergwerk, 2 Hochöfen, ein Hammerwerk, auf welchem auch Draht und
Blech erzeugt wird, und eine Sauerbrunnquelle, welche beynahe gar
nicht benutzt wird. .
Lueg (f iredjana), ein Schloß im Adelsberger Kreise Krams,
am Fuße des Nanas zwischen kahlen'und nackten Steinmassen gelegen.
Ein in Felsen gehauener Weg bildet den Eingang dazu über 2 Aufzuge
brücken, wovon die erste vor dem Eingangstburme und die zweyte zwi-
schen diesem und dem übrigen Gebäude sich befindet. Das Ganze ist jetzt
mehr ein Denkmahl der Befestigungs- oder Baukunst aus dem 15. Jahr-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie