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513 . L u k a n z. — L u l s ch e.
schaff dem damahls errichteten Armee« Ministerium, und nach herge-
stelltem Frieden, bis gegen Ende 1812 der k. k. geh. Hof- und Staats«
kanzley zur Dienstleistung zugetheilt. In demselben Jahre erhielt er
auch jeine Ernennung zum k. k. Gesandten und bevollmächtigten Mini-
ster in Kopenhagen, von wo er dann denKönig von Dänemarkzum
Congressenach Wien begleitete; wurde 1815 in gleicher Eigenschaft
am Stuttgarter Hofe accreditirt, 1313 als k. k. Internuntius nach
Co n st an tinopel gesandt, wo ev über 4 Jahre, insbesondere während
des Ausbruches und in der ersten Epoche der griechischen Revolution, die
wesentlichsten, vom k. k. Hofe durch Veckeihung der geh. Rathswürde an-
erkannten Dienste leistete, die, nach seiner aus Gesundheitsrücksichten
Ende 1822 angesuchten und erlangten Abberufung, noch durch das
Großkreuz des kaiserlichen Leopold-Ordens belohnt wurden. Schon 1823
ward er zum k. k. Gesandten und bevollmächtigten Minister am Hofe von
Tur in ernannt. Seit Ende Iuny 1327 fungirt Graf L. in der Eigen-
schaft eines k. k. außerordentlichen Bochschafters zu Rom, wo er sich
unter 3 Pontificaten, bey 2 Conclaven, und in den letzten schwiert«
gen Zeitverhältnissen den bey mehreren Anlassen, unter anderm auch durch
Verleihung des Großkreuzes des känigl. ungar. St. Stephan-Ordens
ausgesprochenen Beyfall des k. k. Hojes, die allgemeine Achtung und das
Vertrauen Gregor's XVI . in einem hohen Grade erwarb, von welchem
Papst er auch, nun der Einzige, durch das Großkreuz des St. Gregor-
Ordens in Brillanten ausgezeichnet ist. Daß wahre Politik den Anfor-
derungen strenger Rechtlichkeit keineswegs widerspricht, im Gegentheile
dieser ihre schönsten Erfolge verdankt, davon liefert auch das ganze oft
fentliche Leben und Wirken dieses verdienstvollen Staatsmannes einen
sprechenden Beweis.
Lukanz, stcyermark. Dorf im Cillyer Kreise, mit sinem silber-
haltigen Bleybergwerke.
Lukscke, I oh . , Dr. der Rechte, und k. k. mähr. - schles. Ap-
pellationsrath, wai geboren zu Gr oß - Ab tsdo rf in Böhmen den
1. Iuly 1756. Die Humanioren legte er theils bey den Piaristen zu
Leito mischl in Böhmen, theils bey den Jesuiten in B runn , die
Philosophie und die Rechtswissenschaften auf der Wiener Universität
zurück; er ward darauf zuerst den 5. May 1783 bey der Provinzial-
Baudirection in B r u n n , dann den 6. May 1791 bey dem dortigen
Fiscalamte als Kanzlist angestellt. Nachdem L. 1793 auf der Wiener
Universität die juridische Doctorwürde erlangt hatte, erhielt «r 1796
die Beförderung zum Fiscaladjuncten, 1803 zum Landrath und 1816
zum Appellationsrath in B r u n n , woselbst sein Tod am 15. April 1324
erfolgte. Er lieferte als ein Freund derForschung über ältere vaterlandische
Gesetze und Verfassungen: Kurz- Übersicht der Stellen und Ämter in
Mahren feit 1628 und der Veränderung derselben, nebst einem An-
hange von der Einführung der böhm. Stadtrechte in Mahren und
Schlesien, Brunn 1804.—Notizen von der politischen und Iustizver-
fassung Mährens seit den ältesten Zeiten bis 1628, eb. 1808. — Das
alte und neue Recht Mährens und Schlesiens k. k. österr. Antheils,
2 Thle. eb. 1316. -. Besondere Rechte der Personen Mährens und
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie