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5Itt Mada i . — Mader.
dem Entschlüsse der äusiersten Gegenwehr in die Stadt Ulm, capitulirte
jedoch schon am 17. October, er selbst wurde auf Ehrenwort entlassen,
die 20,000 Mann starke Besatzung jedoch kriegsgefangen nach Frankreich
abgeführt. Bey seiner Rückkehr nach Wien wurde M. verhaftet und
dieser Capitulation wegen vor ein Kriegsgericht gestellt, welches ihn zum
Tode verurtheilte. Der Kaiser Franz milderte jedoch dieses Urtheil auf
Cassation und zweyjährige Festungshaft. 1803 wurde ihm auch die übrige
Strafe erlassen; seitdem lebte M. in St. Polten, durfte auch wieder .
bey Hofe erscheinen und erhielt den Maria-Theresien-Orden nebst der
Ordenspension zurück, auch wurde er normalmäßig als Feldmarschall-
Lieutsnant pensionirt. M. starb zu St. Polten den 22. Oct. 1828.
Madai, David Samuel v., Dr. der Arzneykunde, herzogl.
Anhalt-Cöthen'scher Leibarzt und Hofrath, Numismatiker :c., war ge-
boren den 4. Iän. 1709 in der ungar. Bergstadt Schemnitz. Seine
erste wissenschaftliche Bildung erhielt M. in seiner Vaterstadt, 1729
ging er nach Witte nberg und von da nach Halle, wo er seine Em-
dien vollendete und 1732 zum Doctor der Medicin promovirt wurde.
1739 erhielt er die Physicusstelle im dortigen Waisenhause. Er wurde
Leibarzt der Prinzessinn von Sachsen-Merseburg und 1740 herzogl. An-
halt-Cöthen'scher Hofrath. 1745 wurde er Mitglied der k. k. Akade-
mie der Naturforscher und erhielt bald darauf obengenannte Stelle.
Kaiser Joseph I I . ertheilte ihm 1769 den Adelsstand. In seinen
Nebenstunden beschäftigte sich M. hauptsächlich mit Münzkunde. Er starb
den 2. Iuly 1780 auf seinem Gute Benkendorf unweit Halle. Im
Drucke waren von ihm erschienen: Disput, inaug. med. praes. Alberti
de morbis occultis, Halle 1732. — sxükseges Oktates etc., eb.
1738. — De peste germanice scriptum in idioma nungaricum
nic transtudit etc., eb. 1738. — Abhandlung von dem sogenannten
kalten oder Wechselfieber., eb. 1747. — Nachricht von den Halle'schen
Waisenhausmedicamenten, eb. 1764. — Vollständiges Thalercabinet,
2 Thle. Königberg 1765^67, mit zwey besondern Fortsetzungen/
eb. 1772, dann eb. und Leipz. 1774.
Mader, Jos. Ritter v., k. k. Rath, Dr. der Rechte, Pro-
fessor der Staatenkunde und Senior des juridischen Lehrkörpers an der
Prager Universität, ordentl. Mitglied der tönigl. böhm. Gesellschaft der
Wissenschaften, Ritter des Leopold-Ordens, war geboren zuWien am
8. Sept. 1754,wo erstudirte und1777diejuridisch/Doctorwürde erhielt.
1779 wurde er ordentlicher Professor der deutschen Reichsgeschichte und
der Statistik an der Universität zu Prag. Er gehörte in numismatischer
Hinsicht zu den vorzüglichsten Gelehrten Österreichs. Mehrere juristische
Abhandlunge-' über die Vorzüge des Mart i ni'schen Systems des Natur-
rechtes 1774 (Definitiv dclli und Eundamentum imputationis 1777),
noch mehr aber seine statistischen und numismatischen Aufsatze, die auch
das Ausland mit seinem Beyfalle ehrte, zeigen den großen Umfang sei-
ner Kenntnisse. Er schrieb: Statistische Aufsätze in Riegger's Materia-
lien zur böhmischen Statistik. — Vermischte Äufsäbe aus der Moral,
StaatsklMst und Staatenkunde, Prag 1788. — Über den Begriff und
das Lehramt der Statistik, Prag 1793.—Über die Bracteaten, eb. 17^7
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie