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dol Nonw Ilc-iioo. —Mähren. I. Geschichte. 517
und 1808. ^ Kritische Beyträge zur Münzkunde des Mittelalters, 6
Bde. eb. 1803—14. Auch in das Geschäftsleben hat M. als Director
des philosophischen Studiums, Referent in Gränz-Gerechtsamen bey der
Landesstelle, Mitvorsteher des Privat-Institutes für blinde Kinder und
Augenkranke, rühmlichst eingewirkt. Er starb den 25. Dec. 1815 zu
Prag und hinterließ mehrere ungedruckte Aufsätze, nahmentlich über den
Wucher, deren Bekanntmachung zu wünschen ist.
Madonna dol Monte l ierico, eine sehr schone Wallfahrtkirche
außer Vicenza im Venetianischen auf einem anmuthigen Gipfel der
bericischen Hügel, Monte santo genannt. Man gelangt zu ihr durch
eine schöne Triumphpforte, über welcher der geflügelte Löwe steht und
durch einen sanft aufsteigenden, mir Quadern gepflasterten und gedeckten
Bogengang ohne Stufen. Die Kirche ist eine sehr gefällige, auf 3 Sei-
ten zugängliche Rotunde. Marmorne Stufen führen zu den Säulenhal-
len hinauf, die vor den Eingängen sind. Im Refectorium des einst hier
bestandenen Minoritenklosters befindet sich ein sehr grosies und vortreffli-
ches Gemälde von Paolo Veronese.
Mähren, Markgrafschaft. I. Geschichte. M. hatte mehre-
re Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung der päonische Stamm der Ösen
bewohnt, die endlich nach vielen glücklichen Kämpfen mit den Cimbern
und andern Völkerschaften, welche sich in ihr Land eindrängen wollten,
doch den mächtigen Sveven weichen mußten, die aus dem heutigen
Iütland hierher gezogen waren. Diese erhielten bald nach ihrer Ansied-
lung in diesem Lande andere Nahmen, und die Bewohner des Vorlan-
des, das sich fast von der Mitte Mährens bis an die Donau, dann bis
nach Bojenheim ausdehnte, nannten sich Marcomannen; die ihnen rück-
wärts gegen Norden angesiedelten Gebirgsbewohner der Sudeten hießen
Hermunduren, und der Stamm, der sich östlicher im heutigen Schlesien
niederließ, erhielt den Nahmen O.uaden. Sie waren einer Abkunft,
aber doch in kurzer Zeit sich so fremd geworden, daß sie nicht nur einan-
der selbst bekriegten, sondern auch andere Volksstämme gegen ihre Ur-
sprungsoerwandten unterstützten. Vorzüglich hatten die Marcomannen
sowohl den Anfällen der durch sie vertriebenen, vereinigten Ösen und
Bojen, als auch denen von andern germanischen Stammen zu widerste-
hen, gegen die sie sich glücklich behaupteten. Den Anhang der Marco-
mannen, als sie später mit den Römern in offene Fehde sich einlie-
ßen, vergrößerten, außer vielen andern.deutschen Stämmen, auch die
Iazyger und Vandalen, wodurch sie mächtig genug wurden, die Römer
in ihrem eigenen Lande zu bekämpfen. An ihre Stelle traten nun in dem
entvölkerten Marcomannien, Rugier, Heruler, Longobarden und an-
dere Stämme nach einander auf, welchen endlich ein slavischer Stamm
folgte, der aus südlichern Gegenden von den Ufern der Morava im heu-
tigen Serbien einwanderte, und sich in dem von seinen älteren Einwoh-
nern verlassenen Lande niederließ. Er übertrug den Nahmen des Haupt-
siusses seines ältern Wohnsitzes auf den Hauptstuß seiner neuen Ansied-
lung, und später gab dieses die Veranlassung zur Benennung des Landes
selbst. Im Anfange waren indessen die slavischen Mahrer von den Avaren
abhängig, aber nach dem Untergange der Letzteren erhob sich ein mähri-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie