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5l8 Mähren. I I . Geographie und Statistik.
sches Reich, fast gleichzeitig mit dem magyarischen, womit jeneS auch
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sciner Oröße, aber schon nach Swatopluk oder Zwentibold, der
die Alleinregierung 871 antrat, ging seine Macht schnell unter, undMäh,
ren wurde für immer eine böhmische Provinz, nachdem Kaiser Hein-
rich IV. den Herzog Wratislaw auf dem Mainzer Reichstage 1086
zum König von Böhmen ernannte, und zugleich die beständige Vereini-
gung M.'s mit Böhmen ausgesprochen hatte. — Inzwischen ward M.
unter den böhmischen Regenren oft in verschiedene Fürstenthümer (beson-
ders in die von Olmütz, Brunn, Ig lau. und Lundenburg) ge-
theilt, womit Glieder der regierenden Familie belehnt wurden, bis end,
lich erst im 14. Jahrhundert die völlige Vereinigung aller Landestheise
unter den Regenten aus demLuxemburg'schenHause erfolgte, und M.
von da und ebenso als Böhmen nach König Ludwig's Tode (1526)
Verträgen gemäß an das österr. Haus gelangte, worauf auch M. Fer-
dinand I. huldigte, forthin mit Böhmen verbunden größtentheils die
weiteren Schicksale dieses Landes theilte.—In den Kriegen gegen Frank-
reich wurde auch M. sehr mitgenommen ; die russischen Hülfscolonnen ka-
men in 2 Feldzügen nach M. Viel hat diese Provinz durch das Eindringen
Napoleon's mit französischen und deutschen Heeren 1805 und 1809ge-
litten; die Tage von Austerlitz (2. Dec. 1305) und Znaym (12.
Iuly 1809) führten blutige und entscheidende Ereignisse auf mährischem
Boden mit sich.
Mähren, Markgrafschaft. I I . Geographie und Stati-
stik. Der Nahme des Landes wird von dem Flusse Morawa oder March,
der das ganze Land von Mitternacht gegen Mittag durchströmt, abgeleitet.
M. liegt zwischen dem 49. und 50° nordl. Breite, und zwischen dem 23.
bis 36' der Lange gegen Osten. Es gränzt gegen Norden an das Herzog-
thum Schlesien, gegen Osten an das schlesische Fürstenthum Teschen und an
das Königreich Ungarn, gegen* Süden ebenfalls an Ungarn und an
das Erzherzogthum Osterreich, endlich gegen Westen an das Königreich
Böhmen. Die größte Lange von Osten gegen Westen beträgt 3 l , und
die größte Breite von Süden gegen Norden 21 deutsche Meilen, der
Flächeninhalt aber 412 Q. M. Die Zahl der Einwohner beläuft sich auf
1/560,000 Seelen, man kann also aufjede Quadratmeile beynahe 3,300
Personen rechnen. Sie sind theils slavischer, theils deutscherHerkunft; die
slavischen sind dem Ursprünge, dem Nahmen und auch den Sitten nach
sehr verschieden, auffallender aber sind es die Hannaken, die im Brünner
und Olmützer Kreise, besonders an dem kleinen Flusse Hanna wohnen,
von welchem sie den Nahmen führen; sie zeichnen sich durch ihre Tracht
vor allen andern aus; tie Walachen sind im Gebirge an der Gränze
von Ungarn und gegen den Hradischer Kreis zu, vorzüglich bey Hoch-
wald^Walachisch-Meseritsch imPrerauerKreise; sie unterscheiden
sich durch die Kleidung, die mit der gemeinen ungarischen und walachi-
schen sehr viel übereinstimmt. Die Slowaken hingegen bewohnen im
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie