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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 536 -
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Seite - 536 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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536 !N a i l a n d ( S t a d t). Stadt des Reichthums der herrlichen lombardischen Ebene werth ist, in der sie am Flüßchen Olona liegt, welches durch den Canal Naviglio grande mit dem Ticino und durch den Canal Martesana mit der Adda verbunden,ist. M. hat 80 Kirchen, welche größtentheils sehr prachtvoll sind. Von ihnen verdiene:: vorzugsweise Beachtung : Der Dom (s. M ai- land er Dom) , von den Mailändern das achte Wunder der Welt ge- nannt, nach der Peterskirche in Rom und der Paulskirche in London der größte Tempel der Christenheit; S. Ambrogio, vom h. Am brosius im 4. Jahrhundert auf den Ruinen eines Minerventempels erbaut; S. Lorenzo, ein herrliches Oval, nach den meisten Vermuthungen ein antikes Badehaus; Sta . Ma r i a delle Orazie, mit dem berühmten, aber sehr beschädigten Frsscogemälde, das heil. Abendmahl, von Leo nardo da V i n c i , imRefectorium; Mado n na presso S. Ce lso, die geschmack- vollste Kirche in M. — Unter den herrlichen Gebäuden M.'s steht oben an der Palazzo della Corte, ein großes von P iermar in i aufgeführ- tes Gebäude, mit einer schönen Haupttreppe, prächtigen Zimmern, Ta- peten zum Theil nach Zeichnungen von Raphael , Statuen von Fran- chi, Fresken von Trabal lesi , und hauptsächlich dem von Appiani unter Napoleon herrlich gemalten Thronsaal und dessen Nebenzim- mern. Ausgezeichnet sind ferner: Der Gouvernementspalast; der erzbi- schöfiiche, der Palast Morini; die Münze; der Palast Clerici; die gro- ße Caserne. — M. ist der Sitz des Vicekönigs des lombard.-venet. Kö- nigreiches, des lombard. Guberniums und Appellationsgerichtes, eines Civil-Iustiztribunals, eines Mercantil- und Wechseltribunals, der Cen- tral-Congregation sämmtlicher lombard. Provinzen, der Provinzial-De- legation und Congregation, eines Cameral-Magistrates und eines Erz- bischofes. Insbesondere ist M. reich an wissenschaftlichen Anstalten und Kunstsammlungen. Den ersten Platz nimmt unter ihnen ein: Die köll. Akademie der Wissenschaften und Künste (Lrera). Übrigens: Die ambro- sianische Bibliothek (s.d.); das Münzcabinet, eines der vollständigsten; die Bibliothek und Münzensammlung im Palast Trivulgi; das Lyceum mit einer Naturaliensammlung; das militärisch-geograph. Institut :c. — Unter den zahlreichen Wohlthätigkeits-Anstalten nimmt das gsoße Ho- spital oder allgemeine Krankenhaus die erste Stelle ein. Es ist ein unge« heures Gebäude mit einer schönen regelmäßigen Facade, die von vielen kunstreichen Portalen unterbrochen ist. Dieses Spital wurde schon 1456 von Mar iaF ranzS fo rza gegründet und behandelt täglich an 1,370 Kranke. Mit diesem Hospitale sind vereinigt: DasArmenkrankenhaus S ta. Corona; das Findel-und Gebärhaus S ta. Ca t e rina al la ruota; das Irrenhaus al la Senav ra. Das 1629 wegen der Pestgleich außer M. vor der Porta orientale erbaute sogenannte Lazareth, das nun aber eine andere Bestimmung hat, ist ein niedriges, mit einem Graben um- gebenes Gebäude, welches ein großes Viereck bildet. Das Versorguna> haus Trivulgi wurde von dem Fürsten Anton Pto lomäus Tr ivul - gi 1771 in seinem Palaste errichtet. Das Knabenwaisenhaus an der Porta Tosa in dem Gebäude des aufgehobenen Klosters S. Pietro in G essa te, wurde schon 1523 gestiftet; die 2 weiblichen Waisenhäuser gründete Cardinal Car l B o r romäus 1573. Die beyden Arbeitshäu-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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