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M a i l ä t l ) , die Gra fen . 537
ser, S. Vincenzo und S. Marco sind höchst wohlthätige Anstalten.
PasCorrectionshaus dient zur Bestrafung geringerer Verbrechen ^nd der
schweren Polizeyübertretungen. Das Leihhaus schreibt sich schon oon 1496
her. Die barmherzigen Brüder und Schwestern unterhalten eigene Spi^
täler. — Von den Theatern M.'s ist das k. k. Opernhaus della Scala
(auch I'eatro grande genannt) das ansehnlichste und zugleich das größte
in der osterr. Monarchie. Es wurde 1776 auf der Stelle einer gleichnah-
migen Kirche erbaut, hat 240 Logen in 6 Reihen und 800 Sitze auf
dem Parterre, ohne die sehr brelten Gange zum Stehen. Das 2. k. k.
Theater ist Canobbiana; die 5 Privattheater heißen Carcano, Re, Len-
tasio, Filodramatico und Girolamo, das letztere jedoch nur für Mario-
.netten; die 2 Tagstheater sind das della Stadera und das im Volksgar-
.ten. Neu ist der unter der französischen Herrschaft aus dem Waffenplatze
erbaute Circus (auch Amphitheater oder Arena genannt), der bloß zu
Schauspielen benutzt wird, welche das Gubernium oder die Stadt M.
bey besonderen Gelegenheiten gibt, nahmentlich zu Wettläufen, Pferde-
rennen :c. Der Ausbau dieser 30,000 Zuschauer fassenden Arena ist
nicht vollendet. — M. hat mehrere öffentliche Plätze, von denen die
Piazza de' Mercanti zu bemerken, und 11 Thore,, unter welchen die
Porra Romana, die Porta del Ticino oder Ticinese und die Porta nuo-
va sehenswerth. Die Straßen, welche nach den Hauptthoren führen,
werden gewöhnlich Corsi genannt. Am Ende der Hauptstraße Corso
grande, wo Alles wogt und lebt, sieht man jenseits d weitläufigen , zu
Promenaden eingerichteten, öffentlichen Platzes das alte Castell, jetzt Ca«
ferne. Durch dasselbe gelangt man auf einen andern ausgedehnten Platz,
zu Übungen für das Militär bestimmt, dann weiter zu dem großen Triumph-
bogen (Arco del sempione), der bestimmt war, die Simplonstraße,
welche hier von einer herrlichen Allee von Tulpenöäumen beschattet wird,
nach M., gerade auf den Corso zu führen. — M. hat Fabriken in Sei-
den-und Kattunwaaren, Tabak, Schwefel, Tuchtapetsn, Chocolade,
Maccaronis, mathematischen Instrumenten, Spiegeln, Gold-und Sil-
berwaaren, Kutschen, Spielkarten :c. Es treibt bedeutenden Handel,
und überhaupt hat der Wohlstand dieser Stadt in neuester Zeit bedeu-
tend zugenommen und ist fortwährend im Aufschwünge begriffen. In der
Nachbarschaft sind schöne Landgüter, worunter die Villa Simo'nell i
wegen ihres Echos berühmt ist. In etwas größerer Entfernung befindet
sich das k. Lustschloß Monza. — Der äußerst zweckmäßige Canal von
M. bis Pavia, welcher mit dem Tessino in Verbindung gesetzt ist,
wurde mit einem Kostenaufwands von beynahe 3,000,000 Lire 1319
beendigt und den 12. August desselben Jahres feyerlich eröffner.
Mailatl),. die Grafen, ein altadeliges ungar. Geschlecht. Als
licerarische Merkwürdigkeit verdient angeführt zu werden, daß der
erste an der Tyrnauer Universität graduirte Doctor der Philosophie
Niclas M. war, spärer zum konigl. Fiscus in Ungarn ernannt. In
neuerer Zeit sind mehrere bedeutende Staatsmänner aus dieser Fa-
milie hervorgegangen. Ios. M. theils Großvater theils Urgroßvater der
jetzt lebenden Mitglieder der Familie starb als Beysitzer des vom Kaiser
Carl VI . in Ungarn errichteten obersten Gerichtshofes. Sein ältester
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie