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Mailath, Iös. Graf. — Majestätsbrief. 539
blatt; Wiener Zeitschrift; (Wiener-) Conversarionsblatt; Theaterzei«
tung; ferner in die Cere's und die Taschenbücher Hormayr's und
Medniansky's; Aglaja; Selam, Huldigung den Frauen, Phi-
lomele:c.
Mailäth v. Sz^khely, Ios. Graf, k. k. Minister. Dieser
ausgezeichnete Staatsmann war 1737 geboren, und begann bey dem
Honther Comitat nach vollendeten Studien seine Laufbahn, in welcher
er bis 1767 die Ämter eines Fiscals, Notars und Vicegespans stufen-
weise bekleidete. Zur erwähnten Zeit berief ihn die Kaiserinn M a r i a
Theresia als Hofrath zu der k.k. allgemeinen Hofkammer nach Wien.
9 Jahre diente er in dieser Eigenschaft, bis er 1776 als Gouverneur nach
Fiume kam. Von da wurde er zum Obergespan des ehemahl. Szeveriner
Comitats bestimmt, dessen Errichtung sein Werk war. Diesen Posten ver-
ließ er 1783, wo Joseph I I . ihn zum Viceprasidenten der ungar. Hof-
kammer, und im nächsten Jahre zum Obergespan des Borsoder Comirats
ernannte, nachdem er den Grafenstand erhalten hatte. In kurzer Zeit
wurde M. königl. Commissär, und später Obergespan im Pesther Co-
mitat, königl. ungar. Hof-Vicekanzler, und zuletzt Oberstkämmerer
des Königreichs Ungarn. 1786 wurde er Vicepräsident der Hofkam-
mer in Wien, und 1794 k. k. Hofcommissar und Stellvertreter des
Gouverneurs in Galizien, von wo er aber schon im nächsten Jahre zu
andern Zwecken zurückberufen ward. 1795 erhielt er die Würde eines
Magister tavernicorum regalium mit der gleichzeitigen Dienstleistung
bey der königl. ungar. Statthalterey und Septemviral-Gerichtstafel,
worauf seine Ernennung zum königl. galiz. Hofkanzler (1797) folgte.
Um sich für seinen Wirkungskreis durch die genaue Kenntniß der Ort-
lichkeit und Nationalität zu eignen, machte er eine Reise,durch alle
Theile Galiziens und der Bukowina, über welche er wichtige und zeit-
gemäße Erfahrungen sammelte. Ein ähnliches Commissorium wurde ihm
1301 vom Kaiser Franz anvertraut, der ihn nach Venedig abord-
nete, und zum Vorstande der damahligen italienischen Hofkanzley er-
nannte. Seinen Verdiensten ward aber noch höhere Würdigung durch die
1802 erfolgte Ernennung zum Staats- und Conferenzminister, in wel-
cher Eigenschaft er noch bis 1309 sehr ersprießlich wirkte. 1806 ward
ihm das Großkreuz des St. Stephan-Ordens zu Theil, welche Aus-
zeichnung durch den dazu gewählten Tag, an welchem gerade die 50jäh-
rige Iubelfeyer seiner politischen Carriere Statt fand, eine doppelt be-
lohnende Bedeutenheir gewann. — Noch durch 3 Jahre setzte er seine
Verwendung im Dienste des Staates fort, bis seine überhandnehmende
physische Schwäche ihm die verdiente Ruhe unentbehrlich machte, welche
ihm 1309 gewährt wurde, nachdem er in einem Zeitraume von mehr
als einem halben Jahrhundert eben so große Kenntnisse als Energie be-
wiesen hatte. Er genoß der wohlverdienten Ruhe nicht lange, denn schon
im nächsten Jahre überraschte ihn der Tod zuNustar in Syrmien.
Majestätsbrief. Jenes merkwürdigeActenstück, von KaiserNu-
dolph I I . am 9. Iuly 1609 den böhmischen Utraquisten oder Calixti-
nern ausgefertigt, wodurch ihre, in Verbindung mit den böhmischen
Brüdern und den Evangelischen eingereichte böhmische Confession öffent-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie