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510 , M a j o. — M a j o r.
lich anerkannt, und ihre Kirchenordnung / vermog welcher sie bisher
eigene Lehrer, Kirchen und Schulen und ein besonderes Consistorium
zu Prag gehabt hatten., bestätigt wurde. Nach der Schlacht am weißen
Berge 1620, welche die Unterdrückung des Protestantismus in Böh-
men zur Folge hatte, vernichtete Kaiser Ferdinand I I . auch dieje
Gnadenacte.
Ma jo , Angelo, Custos der vaticanischen Bibliothek zu Rom,
Bibliothekar und überzähliger apostolischer Protonotar, ein geborner Mai-
länder, war ehemahls Jesuit. Nach seinem Austritte aus dem Orden
privatistrte er anfangs^ und widmete sich vorzüglich den bibliographi-
schen Studien. 1313 wurde M. Aufseher bey der ambrosianischen Bi-
bliothek in M a i l a n d ; 1319 kam er nach Rom, und erhielt obige
Stellen. Besonders verdient machte sich M. durch Entdeckung mehrerer
Schriften des römischen und griechischen Alterthums aus sogenannten
Palimpsesten, oder Codices rescripti, deren Lesung er zuerst im che-
mischen Wege zu Stande brachte. Auf diese Weise entdeckte und rettete
M. viele wichtige Bruchstücke und verloren geglaubte alte Handschriften,
so z. B. fand er schon bey.seiner ersten, Anstellung in einem Codex Bruch-
stücke dreyer noch ungedruckter Reden des Cicero, die er 1314, und
einige bisher unbekannte Reden des Corne li u s Fro n t o, nebst einigen
Briefen der Kaiser Mar c- Aure l und L u c. V e r us, die er 13l5 im
Drucke herausgab. Noch im selben Jahre folgten ansehnliche Bruchstücke
von 8Reden des Q. Aur. Sy m mach us, so wie ungefähr. 60 noch un.ge-
druckte Verse aus derVitularia desP lau tus, Oemälde zu den Lustspie-
len vonTerenz nebst altem Commentar, die vollständige Rede des Isaus
über die Erbschaft des Kleonymus und eine Rede des Philosophen T h e-
mistius. Ja es glückte ihm, 1816 einige bisher noch fehlende Bücher der
römischenAlterthümerdesDio n y siu s vonHali karnaß zu entdecken,
welche den Theil der röm. Geschichte ergänzen, der in den verlorengegange-
nenBüchern,des L iv iu^s enthalten war. Nebstdem fand er noch Bruchstü-
cke der möso-gothischen Übersetzung der Briefe P au li und eine Handschrift
der Beschreibung derZügeA l exan der's. Endlich gabM. aus einer alten
Homerischen Handschrift Bilder, Schotten und Bruchstücke des Textes her-
aus, auchgemeinschaftlich mit Zorab, Mitglied des armenischen Colle-
giums in Venedig : Eu5ekiicnr0nic0rumc2nonumL.il., Mai-
land 1813. Auch in Rom setzte M. seine Bestrebungen mit vielem Er-
folge,'fort. So entdeckte er z. B. in der Vancana Cicero's Werk: ve
Republica. Noch gab er 1323 neu entdeckte Bruchstücke vom bürgerl.
antejustinianischen Rechte, von der Rhetorik desI u l iu sV ic tor :(<. her-
aus, dann 3criptorum veterurn nova collectiv e Vatic. co6d.
edita, 1—6. Bd. Rom 1323—32. — Auctores class. e Vatic. coäd.
1—5. Bd. eb. 1323—33.
Major(Oberstwachtmeister), die l.Stabsofficierstufe in emem
österr. Regiments. Besonders angewiesen, den Obersten in allen Angele-
genheiten des Dienstes unermüdet zu unterstützen, muß der M. eine
vollständige Kenntniß des ganzen Regimentes besitzen, und von^dem
Fortgange eines jeden Geschäftes in der eigenen ununterbrochenen Über-
zeugung stehen. Von dem Stande des Regimentes, den Commandirtcn,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie