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M a l e r f a r b e n .
wohlfeilen Preisen verfertiget. Die schönsten chemischen Faröen aller Art
machen I o h . Adam, I g n . Bauhofer , Ant. I g n . Frischau,
Gu th , v. M i t i s , Mü l le r , A. Neumann und Sohn, Reh-
mann, I o h . Bapt . Schober, Friedr. S t räs le , Andr.
Wal ter , C. L. W eilheim u. A. m. in Wien; Berlinerblau: Ant.
Hut terer in S echsh aus, Io h. G. Köl l inger zu Reindorf;
das beste Waschblau: die Obigen, dann Wal ter , Estler, Sträs-
le, Schliers u. A. Auf letzteres bestehen in und außer Wien eige-
ne ssabriksunternehmungen. Sehr vorzügliche Schminke machen: Ioh.
Per in , Ioh . Georg Neupy u. a. S6)minkfabriknnten ^inWien.
Die besten Pastellfarben wurden sonst von den Mälern S i g l inWien
und Ioh . Doby verfertiget; diese Art Fabrikation har aber, Mangels
an Absatz wegen, sehr abgenommen. In Lack- und Miniatuvfarben zeich-
nen sich auch Lenk, Guth u^ A. aus. Lack und andere Erd- und Mi-
neralfarben werden in der Papier-Tapetenfabrik von Spör l i n und
Rahn inWien , jedoch nur zun> eigenen Gebrauche, ganz vorzüglich
schön.bereitet. Viele Maler- und Anstreicherfarden > werden als Lein-
oder Ohlfarben von mehreren Fabrikanten und Farbenreibern in Wien
zum Verlaufe bereitet. Der schönste Krapplack ist der von Estler und
Professor Leybold, den schönsten Indigo-Carmin liefert Conrad
Pabitzky, der mit van der Scheiden, eine Grünspanfabrik zu
Gersthof bey Wien errichtet hatte, welche sich durch die Schönheit
des krystallisirten Grünspans über alle früher bestandenen Grünspanfa-
briken erhob, jedoch wegen der gesunkenen Preise des französischen Fa-
brikates wieder aufgehoben wurde. Saftgrün wird in der Gegend von
Modl ing und Klosterneuburg erzeugt, und könnte in Ungarn,
wäre die Industrie in diesem Königreiche auf den wünschenswerthenGrad
der Höhe, in ungeheurer Menge bereitet werden.— In Steyormark
verdient die chemischeWaarenfabrikzu G rä tz, welche die meisten Farben
liefert, bemerkt zu werden. —K ä rn th e n hat sehr geschätzte Bleyweiß-
und Mennigfabriken, welche das do/rtige sehr reine Villacher Bley verarbei-
ten. Das Bleyweifi aus der freyherrl. von Herb ert'schen Fabrik wird
sehr geschätzt, und der Mennig aus derselben Fabrik steht der besten eng-
lischen Sortenichtnach.—In I l l y rien besteht diek. k.Zinnoberfabrikzu
I d r i a , welche vorzüglich schönen, natürlichen und künstlichen Zinnober,
letzteren in 24 Abstufungen der Feinheit und Schönheit erzeugt. — In
V en edig wird nebst Bleyweisi sehr viel rother Lack, sogenannter Ve-
netjaner-Lack in Stücken und Kugeln erzeugt.—In Böhmen erzeugen
mehrere Vitriolwerke, z. B. das fürstl. Auersp erg'sche zu Groß-
Lukawetz grüne und rothe Farben. Sehr schönes Berlinerblau wird
zu Neuhaus gemacht. Prag hat eine bedeutende Tuschfadrik. Die
Schmelz- und Porzellanfarben werden meistens in den Fabriken, die
ihrer bedürfen, z. P. in Osterreich und Böhmen, in großer Mengever-
fertigt. In Wien zeichnet sich besonders die k. k. Porzellanfabrik durch
ihre herrlichen Porzellanfarben aus, in deren Bereitung sich der Arcanist
derselben, Ios. Lei thner, viele Verdienste erworben hat. In der
Neumann'schen Farbenfabrik werden die meisten Schmelz- und Por-
zellanfarben zum Verkaufe bereitet. Für die Schmälte insbesondere be-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie