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55tt M a n n e r, d i e R i t t e r.
v. S chmelzing-W ernst ein, die Ritterv. Schmerling, die Ritte» v.
Schwab, diev. S t rad io t, die Freyherren v. Türkheimund die Ritter
v. 3 epharowi ch. Außer den in dem vorigen Artikel aufgeführten verdienst,
vollen Beamten verdankt die Monarchie dieser schönen Stiftung auch eine
ansehnliche Zahl von Ärzten, Rechtsgelehrten und würdigen Geistlichen.
Manner, die Ritter. Eine aus Westphalen abstammende Fa-
milie, deren altadeliges Herkommen durch die von Kaiser Carl V. und
Kaiser Maximi l ian I I . unterm 20. Sept. 1530 und 12. Iän. 1565
dem JohannM. und Hans Valent in M. ausgestellten Diplome
urkundlich nachgewiesen ist, und welche im 18. Jahrhundert in den
Reichsritterstand erhoben, dermahl im Kaiserthume Osterreich das Inco«
lat von Österreich ob und unter der Enns, Böhmen, Mähren, Schle-
sien und Karnthen besitzt. — Wi l l i ba ld v. M. war der Erste dieses
Geschlechtes, welcher in Folge der Religionsunruhen im Anfange des
17. Jahrhunderts Norddeutschland verließ, zuerst in die Oberpfalz,
dann nach Österreich zog, und um 1618 zu St . Pol ten in Nieder-
Ksterreich Stadtsyndicus wurde. Ein treuer Anhänger seines Glaubens
und Kaisers, bewahrteer diesem in jener sturmbewegten Zeit, die we-
gen ihrer Lage an der großen Reichsstraße wichtige stark befestigte Stadt
S t . Polten,und nahm den thätigsten Antheil an der 1619 von dort
und Krems aus, durch den Obersten S t . H i la i re mit 500 Dam-
pierre'schen Cürassiren glücklich vollbrachten Befreyung Kaisers Ferdi-
nanol l . aus den Handen der aufrührerischen ö'sterr. Stände, welche
ihn in seiner Hofburg zu Wien hart bedrängten; Thaten, welche Kai-
ser Ferdinandl l . mit kais. Diplom vom 22. May 1627 belobend aner-
kannte, dem Wi l l iba ld v. M. sammt seiner eheligen Nachkommen-
schaft den Reichsadel mit Ausdehnung auf die ö'sterr. Erblande confir-
mirte und an die Stelle des früher im Schilde geführten ungeharnischten
Mannes, einen vorwärts aufrecht stehenden ganz geharnischten Mann
im rothen Felde, seine linke Hand in die Hüfte spreizend, und in der
rechten eine Partisane haltend, als Wapen verlieh. Später am kaiserl.
Hoflager lebend, hatte Wi l l ib ald v.M. Gelegenheit sich neuerdings
hervorzuthun, als Beweis dessen ihm von Kaiser Ferdinand I I . mit
einem Diplome aus Regensburg vom 15. Sept. 1636 nicht nur
sein adeliger Stand und Herkommen bestätigt, sondern auch, in Erwä-
gung seiner bey der Religions - Reformation geleisteten vorzüglichen
Dienste, das Incolar für Österreich ob und unter der Enns ertheilt,
und sein vorgehabtes adeliges Wapen dergestalt vermehrt und verbessert
wurde, daß jenem geharnischten Manne im Herzschilde noch 2 gol-
dene Löwen im schwarzen, und ein silberner Querbalken im rothen
Felde, beygefügt wurden; ein Wapen, welches die Familie von M.
auch bey ihrer Erhebung in den Reichsritterstand beybebielt und noch heut
zu Tage führt. —VonWil l ib ald'sNachkommen, besaß Andreas v.
M. , geboren 1620 (st. 1654), das Gut Matz le insdorf in Nieder-
österreich im V. O. W. W.; Wolfg. Adam v. M. , geboren 1643
(st. 1713), diente im kaif. Kriegsheere und machte unter Montecuc»
culi die Feldzüge gegen Frankreich mit; Wolfg. Mat thäus v.M.,
geboren 1689 (st. 1770), war Landrichter zuHohenegg; Nieo-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie