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Marchfeld. — Marchioretto. 55/
kehrs und zur Beseitigung der bedeutenden Wasserschaden, wurde leider noch
nicht ausgeführt/ obschon zweckdienliche Vorarbeiten geschehen sind.
Marchfeld. Der Kreis unter dem Mannhartsberge in Niederöster-
reich endigt sich im Südosten in eine beträchtliche Ebene, M. genannt,
welche im Süden von den Auen der Donau geschlossen wird, westlich am
Fuße des Bisamberges beginnt und sich über S t r eb ers dorf, S tam-
mersdorf, Hagenbrunn , Enzesfeld, Groß-Ebe rsdor f ,
Eibesbrunn bis Obersdorf an den Rußbach hinzieht. Im Nor-
den wird das M. von den Abhängen der Hochleiten begränzt und zieht
sich.überPil ichsdor.f , Groß-Enzersdorf, Bockflüß, Rugen-
dorf> Schweinbar t , Matzen, Groß - P ro t t es und Ol lers-
dorf gegen S t i l l f r i e d andieMarch; im Osten folgt die äußerste
Oranze dem Laufe der March abwärts bis zu ihrem Einflüsse in die Do-
nau. Die größte Länge von dem Donaudurchbruch bey Langen-En-
zersdorf bis zur Mündung der March beträgt 6/68 geograph. Mei-
len oder 13 Stunden, die größte Breite von der Donau bey Eckart s-
au bis an die Anhöhen bey S t i l l f r i e d 4>o? grograph.Meilen oder
8Stunden; die mittlere Breite betrogt von Bockflüß bis an die Do-
nau bey Schönau 3,zo Meilen oder 6H Stunden, an andern Stel-
len 5—7 Stunden. Das M. ist keine durchaus wassergleiche Ebene, und
wird im Westen, Norden und Osten von niedrigen Hügeln durchzogen.
Der Hauptabfall geht von Westen nach Südosten. Von S ä u r i n g bis
Franzen sdorf senkt sich der Boden um mehr als 144 Fuß, von
Franzensdorf, welches sehr tief gelegen ist und daher häusigen Über-
schwemmungen ausgesetzt war, bis Witzelsdorf nur um 24 Fuß. Der'
größteThe'ildes M.'esist trefflicher Getreideboden. Ein Theil desselben aber
von Markg ra fen-Neusied el bis ftb er-Weiden ist eine fast
ganz dürre Flache, wo weder ein Baum, noch eine Quelle, noch ein
Haus, außer einem fast in der Mitte gelegenen Schäferhofe zusehen ist;
nichts zeigt sich dem Blicke in dieser großen Sandwüste als rö'thliches
Heidegras. DasM. sah die Schlachten zwischen Rudolph von Habs-
burg und O tt o ka rKönig von Böhmen (26. Aug. 1278)/von Aspern
(21. und 22. May 1309) und Wagram (5. und 6. Iuly 1809).
Marchioretto/ Pet. , geboren 1772 zu Lamon im Gebiethe
von Fel t re an den Gränzen Tyrols von armen Ältern. Da er als Knabe
von seinem Genie angetrieben/ immer zeichnete, und dadurchZeirverlor,
wurde er von seinem Vater, der einen Bauer aus ihm erziehen wollte,
übel behandelt, er entfloh daher im 13. Jahre seines Alters mit 10 ve-
netiamschen Liren in der Tasche nach Bassano, wo er einige Heiligen-
bilder, Papier und schwarze Kreide kaufte, die Bilder copirte, und
wieder verkaufte, wodurch er sich einige Zeit Unterhalt verschaffte. Allein
dieses Gewerbe nährte ihn nicht lange, und er befand sich in den dürftig-
sten Umständen, als ein Bauer von Ramon bey Castel 'franco sich
seiner erbarmte, und ihn als Hirten aufnahm. Zu seinem Glücke befand
sich in der Gegend ein venetianischer Edelmann Peter Civran auf
seinem Landgute in Gesellschaft des Malers Lazzar in i ; diese bekamen
einige Zeichnungen des jungen Hirten zu Gesichte, und da diese seine
Anlage zur Malerey zeigten, nahm C iv ran ihn in sein Haus auf.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie