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Marian. — Maria'Ihercstopcl.
stey befindet sich dis Schatzkammer; im Kloster ist eins kleine Bibliothek,
an demselben ein weitläufiger Garren und in der Nähe der Knchs ein
1690 angelegter Calvarienberg. — Nahe bey diesem Orte liegt die
Riedhofau mit einer Fasanerie.
Marian, f. Fidler.
Maria-Saal, ein aus 70 Häusern bestehender Wallfahrtsort mit
390 Einw. am Soll- oder Zollfelde im Klagenfurter Kreise Illyriens.
Hier ist auch eine Propstey und Landgerichtsherrschaft. Die Einwohner
ernähren sich größtentheils von der Viehzucht. Die vielen auf dem Zoll-
felde ausgegrabenen römischen Alterthümer, Münzen, Säulen, Capi-
täler, Statuen, Grab-und andere Denksteine lassen schließen, daß hier
^inst das römische Virunum und in späteren Zeiten vielleicht auch die
Oivitas Carantana gestanden habe. Auf demselben Felde in der Nähe
vm M.-S. sieht man noch den mit Flechten und Dorngesträuchen um-
wlchsenen Herzogstuhl, auf welchem die alten Herzoge von Ka'rnthen
ibre eigenthümliche Huldigung empfingen, was 1414 zum letztenMahle
g'schah. M.-S. war früher befestigt, auch befand sich hier die älteste
slevische Kirche Innerösterreichs.
Maria-Scharten, oberösterr. Dorf im Hausruckkreise, auf
eimm Berge mir ^iner Wallfahrtkirche und einem luther. Bethhause.
Hier ist auch der Sitz des luther. Superintendenten für Österreich ob der
Ems. Die Umgegend ist als die erste Baumschule des ganzen Landes be-
ruhnr. Alle edlen Obstarten werden da vortrefflich gezogen, oft enthalt
ein einziger Garten über 20,000 Setzlinge.
Maria-Straßengel, ein Wallfahrtsort in der Nähe vonGratz
in Steyermark, mit einem gothischen Kirchthurme.
Maria-Caferl, niederösterr. berühmter Wallfahrtsort auf einem
Berge bey. Marbach an der Donau im V. O. M. B. Die Kirche
isi sehr schön und hat eine herrliche Lage. Auf dem Platze vor
daselben genießt man ein prachtvolles Panorama der ganzen Alpenkette
vm Bayern bis zu den Höhen um Wien, welches vielleicht einzig in
seiner Art ist. Der Markt Marbach am Fuße des Berges ist die ge-
wohnliche Station der Reisenden und das Bild eines beständigen Iahr-
narktes, so voll ist er von Buden aller Art und Wirthshäusern für die
. Bedürfnisse der Wallfahrer, deren Zahl sich oft jährlich auf 50—100,000
leläuft. Unterhalb M. fällt die Erlaf in die Donau, an ihrer Mün-
tung ist ein schöner Holzrechen.
Maria- Theresien- Orden, s. Thercsien Orden.
Maria-Theresiopel (Thcresienstadt, Szent-Maria), un-
gcr. königl. Freystadt (seit 1779), im Bäcs-Bodrogher Comitate, nach
P:sth und Debreczin die größte Stadt Ungarns, liegt in einer
Ekne, nahe am Palitschersumpfe und zählt 4,271 Häuser mit beynahe
33.000 Einw., worunter auch Griechen und Juden. Sie ist zwar neu
un> reinlich, aber mit geschmackloser Weitläufigkeit erbaut, doch
gibt es hier mehrere ansehnliche Gebäude, worunter die vorzüglichsten
sud: Die Hauprknche S t . Theresia, die nach dem Modell der Me-
trlpolitankirche zu C^locsa, doch im größeren Umfange gebaut ist; die
Fnnciscanerkirche; die schöne griechische Kirche; das Gymnasialgebäude;
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie