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^oonern und vielen kleinern Schiffen, wozu Kanonenboote oder Bar-
ken, Wachschiffe ((^uardaporü) u. a. gehören. Die Wachschiffe sind in
allen stark besuchten Seehäfen stationirt, um Contreband zu verhindern,
ararische Gelder zu transportircn u. dgl. Der Größe nach sind sie ent-
weder Peniche mit 2 Masten, einer eisernen und 4 metallenen Kano-
nen; oder Drehbassen mit 24 bis 23 Mann Besatzung; oder Kanoniere
mit einem Mast und einer 1b- bis 24pfündigen eisernen Kanone und
etwa 30 Mann Besatzung; oderBallau, die jedoch meist zur Verfol-
gung der Seeräuber bestimmt sind, und sehr stark und fest gebaut seyn
müssen. 1328 hatte Osterreich in der Levante in Dienst: Ein rasirtes
Linienschiff, eine Fregatte, 4 Corvetten, 4 Briggs, 7 Goeletten,
I Penichen und eine Brigg, die als Lazareth oder Spitalschiff dient,
zusammen 20 Schiffe mit 310 Kanonen. Die Flagge der Kriegsschiffe
ist wie die der Handelsschiffe roth mit einem weißen Querstreifen. Die
Kriegsschiffe (auch große Kauffahrer) führen eine große rothe Flagge,
in der Mitte mit einem breiten weißen Querstreifen, worauf das österc.
Wapenschild mit einer darüber angebrachten Krone aufgenäht ist. Kriegs-
und Ararialschiffe haben überdieß noch auf der Mastspitze eine lange band-
artige Wimpel (Flammula) aus Roth und Weiß. Zur M. gehölt
außer dem Matrosencorps noch ein Marine^ Artilleriecorps, ein Marine-
Geniecorps und ein Infanteriebataillon. — Die M. steht unter dem
Oberbefehl eines Vice-Admirals zu Venedig (dermahlen der Feld-
marschall-Lieutenant Hami lcar , Marquis Paulucci delle Ron-
colle), welchem als Obercommandanten der k. k. M. einer der 3 Con-
tre < Admirale mit Generalmajorsrang beygegeben ist. Das Marine-
Obercommando zu Venedig schließt ein eigenes Militär-, politisches,
ökonomisches, Arsenal-Verwaltungs- und Justiz-Departement, jedes
mit seiner Abtheilung, in sich. Der Marine-Obercommando-Adjutant
ist der Referent im Militär-Departement; das politische Departement
leitet als Referent ein Marine - Kriegssecre^är; das ökonomische ein
Marine - Oberkriegscommissär; das Arsenal - Verwaltungs - Departement
ein Oberverwalter; endlich das Justiz-Departement ein Stabsauditor.
Auch ist ein eigenes Marine-Kriegszahlamt aufgestellt. — Nach den
Contre - Admiralen folgen im Range die Stabsofficiere, nähmlich Schiffs-
Capitäne (mit Oberstens-Rang, dermahlen nicht besetzt); 4 Fregatten-
Capitane (mit Oberstlieutenants-Rang), wovon einer Divisions. Com-
mandant zu Venedig ist, und einer dieAusrüstungs-Direction führt;
6 Corvetten-Capitane (mit Majors - Rang), wovon einer Divisions-
Commandant zu Triest ist, und einer das Commando über das Matro-
sencorps führt; 15 Schiffs - Lieutenants (Hauptleute); 27 Fregatten-
Lieutenants (Capitanlieutenants); 73 Schiffs - Fähnriche (Oberlieute-
nants) und 18 Marine-Cadetten. Die Uniform der Marine-Stabs-
und Oberofficiere ist: Rock dunkelblau, Aufschlage und Kragen lichtblau,
Beinkleider weiß, gelbe Knöpfe, Epaulets nach den verschiedenen Gra-
den. — Das Mar ine-Ar t i l le r iecorps steht unter einem Director
mit 2 Hauptleuten, 2 Ober- und 2 Unterlieutenants. Uniform: Licht-
blau, Kragen und Aufschläge hellroth, gelbe Knövfe, Epaulets. —
Das Marine-Geniecorps steht unter einem Schiffsbau - Director
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie