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574 Marine-Arsenal zn Venedig.
mit 6 Ingenieurs-Schiffsconstructeurs (Hauptleute), 3 Ingenkeurs-Ober,
constructeurs (Oberlieutenants) und 2 Untevconstructeurs (Unterlieute-
nants). Uniform: Dunkelblau, Kragen und Aufschlage ponceauroth, gelbe
Knöpfe, Epaulets nach den verschiedenen Graden. — Das Matrosen-
corps in der Stabsstation Venedig hat einen Corve.tten-Capitän zum
Commandanten. Die Compagnie - Commandanten werden abwechselnd
aus dem Stande der Schiffs - Lieutenants genommen. Die Officiere tra-
gen Marine-Uniform. Die Mannschaft vom Bootsmanne abwärts: dun«
kelblau, gelbe Knöpfe. — DasMar ine- In fa nter ie-Batai l lon
steht unter einem Stabsofficier mit 5 Hauptleuten, 6 Ober- und 6Un-
terlieutenants, 6 Fähnrichen und 14 Cadetten. Uni form: Lichtblau,
Kragen und Aufschläge hellroth, gelbe Knöpfe/ Epaulets. — Bey der
Marine-Administration sind übrigens ein besonderes Rechnungspersonale;
mehrere Ober- und Unterärzte unter einem Corpsarzt; 3 Naldagenten;
für das Marine-Gebaudeamt ein Architekt mit einem Assistenten::nv
Arsenals - Mechanicus angestellt. Die Geistlichkeit .steht unter einem di«
rigirenden Caplan. — Das Marine» Obercommando hat die Gerichtsbarkeit
über alle Personen, welche aus der Marine-Casse ihre Gage beziehen,
insbesondere über alle Marine - Officiere, Cadetten, Unterofficiere,
Gemeine, Matrosen und alle sonstigen zur Equipage eines k. k. Kriegs-
fahrzeuges gehörigen Personen; über die Caplane, die zum Feldkriegs-
commissariate, zur Administration, zur Intendenz, zum Auditonal,
zur Kanzley, zur Casse gehörigen Individuen, dann die sonstigen nach
dem Reglement bey der M. in einer Dienstleistung stehenden Personen;
über die Wundärzte der M. , über die im Marine-Arsenal angestellten
und in die Register eingetragenen Arbeiter, über die Frauen, Kitüer
und Dienstleute aller vorgenannten Personen; die bey der M. einge-
brachten falschen Werber, die Sträflinge des Lagno marittimo vom
Militärstande; die im Marine-Arsenale über einem Verbrechen betrete-
nen Personen, die zur M. gehörigen Übertreter der Sanitätsanstalten
und die von der M. zu Wasser oder zu Lande eingebrachten Seeräuber.
S. übrigens Armee.
Marine-Arssnal zu Venedig', eine der größten Merkwürdig«
keiten dieser Stadt, welche selbst dem Layen in der Kriegskunst ein be»
sonderes Interesse einflößt. Durch ein schönes Portal, auf dessen beyden
Seiten 2 colossale marmorne Löwen stehen, welche sonst den Hafen von
Athen zierten, gelangt man in das Innere dieses riesenhaften Gebäu-
des, welches fast 2 Miglien im Umfange hat, und wo man die Werk-
stätten und Ausrüstungsgegenstände für alle Arten von Schiffen, und in
mehreren Sälen Tausende von Waffen mit Kunst und Geschmack aufge<
stellt findet. Im Modellsaale bewahrt man eine große Sammlung von
Modellen aller Arten von großen und kleinen Schiffen. In einem andern
Saale stehen die Büsten des Seehelden Emo (von Can ova's künstle-
rischem Meißel) und des Generals Ga-tta.m ela ta; auch ist das be-
rühmte Relief des adriatischen Meeres mit allen Felsen, Klippen und In-
seln, sehenswerth. Es sind hier 32 gedeckte Merfte für Linienschiffe; 54
Werfte für kleinere Kriegsschiffe; 4 große Bassins; 5 Kanonengieße'-
reyen; eine ungeheure Seilevwerkstatt, die 910 Fuß lang, 7N Fuß
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie