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Marino-Cadctten-Collcgmm.—Mark, IHFreyh . v. der. 575
breit und 32 Fusi hoch ist, eine große Zimmerwerkstatt:c., und man
gibt die Zahl der täglich hier beschäftigten Arbeiter auf 1,000—1,200 an.
Von dem Bucen to ro , der ehemahligen Vermählungsgondel der Do»
gen mit dem Meers, sind nur noch ein Paar Bruchstücke hier aufbe«
wahrt. ' . '
Marine - Cadetten - Collcgium zu Venedig. Die Direction
führt ein Contre-Admiral und ein Stellvertreter desselben. Von den 6
Professoren lehren 3 bloß Mathematik, die andern 3 theilen sich in
die öehrvorträge über Schiffbaukunde und Experimentalphysik, über Ge-
schichte, Geographie, Seerecht und Seepolizey, dann über Schifffahrts-
kunde und Seetactik. Ein Marine-Caplan ist Religionslehrer. Für die
innere Ordnung sorgen 3 Inspections-Ossiciere; 2 davon besorgen zu«
qleich die Lehrämter des Infanterie- Exercitiums, dann der Kalligraphie,
^n der italienischen, deutschen, französischen und englischen Sprache,
in der Zeichnen- und Fechtkunst, endlich im practischen Schiffdienste sind
eigene Lehrer angestellt. Das Collcgium ist auf 20 Ärarial-Zöglingege>
stiftet; es werden aber auch Kostzöglinge gegen Zahlung aufgenommen.
Mar inoni , I oh . Iac. , Mathematiker, geboren zu Udine
1ß76, studirte zu Wien , wurde kaiserl. Hofmathematiker, und starb
als kaiserl. Rath und Oösrdlrector der Akademie der Kriegskünste den 6.
Iär. 1755, bekannt als Astronom durch: de astronoinica specula
liomeslica, Wien 1745; und de re ichonogrIphica, eb. 1751^
Auch erfand er eine planimetrische Meßwage, und hinterließ 36 Bände
eigenhändig verfaßter astronomischer Wahrnehmungen.
Mark , Ios. Fcrd. Freyl). van der, böhmisch' öster.r. Hof-
kanzler, war 1739 in Wien geboren, begann seine Staatsdienste
als Rath bey der niederösterr. Regierung / ward als Gubernialrach
nach Gratz übersetzt, bald darauf zum Hofrathe der siebenbur«
aischen Hofkanzley, und dann zum Hofrathe der k. k. obersten
dustizsselle befördert. Hier war es vorzüglich, wo er den schon in frü-
herer Dienstleistung bewährten regsten Diensteifer und seine unbeschol-
tene Rechtlichkeit neu bethätigte, weßhalb ihn Kaiser Joseph I I .
zum Vicepräsidenten des niederösterr. Landrechtes, und 4 Jahre später
der Kaiser Franz zum Präsidenten des galiz. Landreibtes und zum
geh. Rathe ernannte. Auf sein Ansuchen erhielt er die Übersetzung in
gleicher Eigenschaft nach Orätz, von wo ihn der Monarch als Land?/-
chefnachKrain bevief, von welcherStelle er bald daraufzujener eines
Vicepräsidenten der damahligen Direcrorial-Hofstelle überseht wurde.
1800 gab ihn Kaiser Franz dem Geschäftszweige, für den er stets
eine besondere Zuneigung hatte, zurück, indem er ihn zum Präsiden-
ten des niederösterr. Appellationsgerichtes ernannte. Er hotte dieser
Stelle kaum 2 Jahre mit Ruhm vorgestanden, als ihm das kaiserl.
Zutrauen übermahl einen anderen Wirkungskreis in der Eigenschaft eines
Hofkanzlers der k. k. böhmisch-ösierr. Hoflanzley anwies. Auch ward
ihm von Kaiser Franz 1802 die wichtige Leitung zurWiederherstellung
der ehemahligen Convicte der Studirenden anvertraut, die er zur vollen
Zufriedenheit zu Stande brachte. — Diese vielfältigen schnell auf ein-
ander gefolgten, und bis zu einer der höchsten Stufen in der Dieaste-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie