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578 M a r o o. — M a r o s e r S t u h l .
m en wird vieler und schöner M. bey Carlstein. Tet in, Königs-
saal , Sl iweni tz, Startenbach, Hohenelbe u. a. O. gebro-
chen, und zu Steinmetz- und Bildhauer-Arbeiten verwendet.— In
Mähren und Schlesien gibt es wohl auch verschiedene M.-Ar-
ten, doch nicht von ausgezeichneter Art. — In Gal iz ien wird eben-
falls brauchbarer M. gebrochen, der jedoch ebenfalls nicht von be-
sonderer Schönheit und Festigkeit ist. — Ung arn.liefert schönen M. in
allen Farben. Vorzüglich zeichnet sich der schwarze M. von Fünf lir-
chen, der rothe, graue und bunte vom Bakonyerwalde bey S züg hyi
und Koppany, so wie mehrere M. - Arten von I a sz o, Bere m e n d
bey Szik los, und aus der Gegend von Fiume aus. In letztgenann-
ter Gegend unterscheidet man insgemein 7 Gattungen von M., welche nach
den Brüchen von S t. M a r t i n, C h e ro v i c z a, M l a k a, B elv e d e r e,
Mol in iund Dr e novabenannt werden. Sehr schöner weisierM. wirdzu
Dog macska im Bannaie und zuTeißholz gewonnen. — In Sie-
bten bürgen gibt es Marmorbrüche in großer Zahl in verschiedenen Ge-
genden des Landes, besonders beliebt ist der graue M. bey S ibo .—
Die Mi l irärg ranze ist reich 5,n M., welcher hier in zahlreiche^Brü-
chen gewonnen wird.— Dalmat ien biethet einen außerordentlichen
Reichthum an schönen M. , ja selbst Muschel-M. Es gibt ergiebi-
ge Marmorbrüche zu M i l n a und Pucischie auf der Insel Brazza zu
L epe tane im Kreise von Cattaro, dann auch auf den Inseln Cor-
zola, Lesina n. — I n Wien u. a. O., besonders auch in Italien ver-
fertigt man künstlichen M. aus gefärbtem Gypse, welcher in verschiede-
nen Verhältnissen gemengt und mir einem Bindemittel zu einem Gan-
zen, z. B. zu Tischplatten, Zimmerwanden, Säulen, architektonischen
Verzierungen:c. verwendet wird. Diese Gegenstände werden sodann wie
anderer M. geschliffen und polirt.
Maros, der Hauptfiuß Siebenbürgens, welcher im hintersten
Winkel des schönen Thales Gyergö ober dem Dorfe Vaslab entspringt,
schnell an Wasserreichthum wächst, in einem großen Bogen das Land
durchströmt und bey Zäm nach Ungarn austritt, um sich dort gegen-
über von Szegedin in die Theiß zu ergießen. Ihre Nebenflüsse sind
auf der linken Seite der Görgeny, der Kokel oder Kukel, der aus dem
großen und kleinen Kokel entsteht, auf der rechten der Aranyos, der
ebenfalls aus dem großen und kleinen entsteht, nebst noch mehreren klei-
nen Flüssen und Bachen. Die M. wird bereits in Siebenbürgen schiffbar,
es befahren sie, vorzüglich im Frühjahre und Herbste, Platten und
Schiffe mit Ladungen von 4—600 Ctr. Salz, Getreide, Bau- und
Brennholz, Bausteine lc.
Maroser Stuh l , im Lande der Szekler in Siebenbürgen, wegen
seiner guten Lage, fruchtbarem Erdboden und gutem Weinwachs, einer
der vorzüglichsten Stühle des Landes, weil er von der Maros durchfios-
sen wird, die ihm verschiedene Vortheile gibt und den Holzhandel be-
fördert. In Ansehung seiner Terrainverhaltnisse ist der M. St. unterden
Szeklerssühlen in Siebenbürgen in der günstigsten Lage. Es fehlt z>war
in diesem Landestheile auch nicht an Gebirgen, indessen sind sie medri
ger, die dazwischen liegenden Thäler ausgebreiteter und das Clima mil
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie