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Marostica. — Ma ros-väsarhe ly. 5/9
der/ dahev ist a'.lch der Boden gut angebaut. Die Einwohner beschäfti-
gen sich mit Ackerbau, Weinbau und Viehzucht, welche durch den aus-
gebreiteten und guten Wiesenwachs sehr begünstigt wird. Ein vorzügli-
ches Nahrungsmittel finden die Einwohner im Tabakbau, der nicht allein
häufig angebaut wird, sondern auch gut geräth. Sonstige Producte
sind: Korn, Garten-und Hülsenfrüchte, Flachs, Obst, Wein lc. In
seinem mäßigen Umfange begreift der M. St. 2 3 ^ Q. Meilen, von
welchen 176,440 Joch als urbar angegeben werden. DieEinwohnerzahl
dieses Stuhles beläuft sich auf 39,000, worunter ungefähr ein Drittel
Walachen. Die politische Eintheilung geschieht in 3 Zirkel, von welchen
die beyden erstern jeder 3, der dritte aber nur 2 Processe begreift. Haupt- <
ort des Stuhles ist Maros-Väsärhely (s. d.)
Marostica, venetian. Marktflecken mit 2,300 Einw. in der Dele-
gation Vicenza. Das nahe an M. gelegene, alte Schloß, welches noch
mit gewaltigen Ringmauern und bedeckten Wegen versehen ist, diente
oft dem berüchtigten Ezzelino zum Aufenthalte. Sowohl im Orte-
selbst, als auch in der ganzen Umgegend wird viel Weizen gebaut, und
das Stroh zur Verfertigung von Strohbändern und Hüten verwendet.
Maros-Ujvär, siebenbürg, ziemlich großeS Dorf am linken
Ufer der Maros im untern Weißenburger Comitate. Hier ist ein gro-
ßes Steinsalzbergwerk, nach jenem von Wieliczka das sehenswer-
theste im ganzen Kaiserffaate. Zur Ausförderung der Salzstöcke besteht
hier eine gegen 800 Klafter lange Eisenbahn. Die jährliche Ausbeute
dieses Werkes beträgt zwischen 4—500,000 Ctr. Das meiste Salz aus
diesen Gruben wird in die unfern an der Maros liegende Zroße Salznieder,
läge Marosportu abgeführt, um auf dem Flusse nach Ungarn beför-
dert zu werden. Auch befindet sich im Orte ein schönes Schloß mit einem
Pferdegestüte.
MaroS' vafirhely (Neutnarkt, Marktstadt, Szekely-
vasarhely)/ seit 1616 königl^ Freystadt und Hauptort des Marostr
Stuhles in Siebenbürgen, welche in einer fruchtbaren und angenehmen
Gegend auf mehaeren Hügeln an der Maros liegt. Sie zahlt gegen
1,030 Häuser mit beyläufig 10,000 Einwohnern, meistens Szekler,
Ungarn und Zigeuner, ist folglich eine der bevölkertsten Städte des Lan-
des, und enthält mehrere ansehnliche Gebäude. Die Katholiken haben
hier ein Gymnasium und ein geistl. Seminar, die Reformirten ein
Collegium. Auch befindet sich hier in einem eigenen Gebäude die von dem
verstorbenen siebenbürg. Hofkanzler, Grafen Samuel Teleky von
Szeck gegründet und für beständige Zeiten zum öffentlichen Gebrauche
gewidmete Bibliothek, welche aus mehr als 60,000 Bänden besteht und
womit auch eine schatzbare Mineraliensammlung verbunden ist. Nebst
einer kathol. Pfarre haben hier auch die Mittönten und. die Franciscamr
Klöster, dann die Net'ornnrten 2, so wie auch die unirten und nichr-
unirten Griechen eigene Kirchen. Die Stadt ist der Sitz der königl. Ge
richtstafel für Siebenbürgen und der Congregationen des Maroser Stuh-
les. Die Einwohner treiben, wie die meisten Bewohner der ungar. und
siebenbürg. Landstädte, außer den nöthigen bürgerl. Gewerben, auch
Landbau. Die Erzeugnisse desselben sind: Wein, Obst und besonders
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie