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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 579 -
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Seite - 579 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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Marostica. — Ma ros-väsarhe ly. 5/9 der/ dahev ist a'.lch der Boden gut angebaut. Die Einwohner beschäfti- gen sich mit Ackerbau, Weinbau und Viehzucht, welche durch den aus- gebreiteten und guten Wiesenwachs sehr begünstigt wird. Ein vorzügli- ches Nahrungsmittel finden die Einwohner im Tabakbau, der nicht allein häufig angebaut wird, sondern auch gut geräth. Sonstige Producte sind: Korn, Garten-und Hülsenfrüchte, Flachs, Obst, Wein lc. In seinem mäßigen Umfange begreift der M. St. 2 3 ^ Q. Meilen, von welchen 176,440 Joch als urbar angegeben werden. DieEinwohnerzahl dieses Stuhles beläuft sich auf 39,000, worunter ungefähr ein Drittel Walachen. Die politische Eintheilung geschieht in 3 Zirkel, von welchen die beyden erstern jeder 3, der dritte aber nur 2 Processe begreift. Haupt- < ort des Stuhles ist Maros-Väsärhely (s. d.) Marostica, venetian. Marktflecken mit 2,300 Einw. in der Dele- gation Vicenza. Das nahe an M. gelegene, alte Schloß, welches noch mit gewaltigen Ringmauern und bedeckten Wegen versehen ist, diente oft dem berüchtigten Ezzelino zum Aufenthalte. Sowohl im Orte- selbst, als auch in der ganzen Umgegend wird viel Weizen gebaut, und das Stroh zur Verfertigung von Strohbändern und Hüten verwendet. Maros-Ujvär, siebenbürg, ziemlich großeS Dorf am linken Ufer der Maros im untern Weißenburger Comitate. Hier ist ein gro- ßes Steinsalzbergwerk, nach jenem von Wieliczka das sehenswer- theste im ganzen Kaiserffaate. Zur Ausförderung der Salzstöcke besteht hier eine gegen 800 Klafter lange Eisenbahn. Die jährliche Ausbeute dieses Werkes beträgt zwischen 4—500,000 Ctr. Das meiste Salz aus diesen Gruben wird in die unfern an der Maros liegende Zroße Salznieder, läge Marosportu abgeführt, um auf dem Flusse nach Ungarn beför- dert zu werden. Auch befindet sich im Orte ein schönes Schloß mit einem Pferdegestüte. MaroS' vafirhely (Neutnarkt, Marktstadt, Szekely- vasarhely)/ seit 1616 königl^ Freystadt und Hauptort des Marostr Stuhles in Siebenbürgen, welche in einer fruchtbaren und angenehmen Gegend auf mehaeren Hügeln an der Maros liegt. Sie zahlt gegen 1,030 Häuser mit beyläufig 10,000 Einwohnern, meistens Szekler, Ungarn und Zigeuner, ist folglich eine der bevölkertsten Städte des Lan- des, und enthält mehrere ansehnliche Gebäude. Die Katholiken haben hier ein Gymnasium und ein geistl. Seminar, die Reformirten ein Collegium. Auch befindet sich hier in einem eigenen Gebäude die von dem verstorbenen siebenbürg. Hofkanzler, Grafen Samuel Teleky von Szeck gegründet und für beständige Zeiten zum öffentlichen Gebrauche gewidmete Bibliothek, welche aus mehr als 60,000 Bänden besteht und womit auch eine schatzbare Mineraliensammlung verbunden ist. Nebst einer kathol. Pfarre haben hier auch die Mittönten und. die Franciscamr Klöster, dann die Net'ornnrten 2, so wie auch die unirten und nichr- unirten Griechen eigene Kirchen. Die Stadt ist der Sitz der königl. Ge richtstafel für Siebenbürgen und der Congregationen des Maroser Stuh- les. Die Einwohner treiben, wie die meisten Bewohner der ungar. und siebenbürg. Landstädte, außer den nöthigen bürgerl. Gewerben, auch Landbau. Die Erzeugnisse desselben sind: Wein, Obst und besonders 37 *
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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