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m a r t i n e n go. — M a r t i n i . 581
deren Musik, ihrer Lieblichkeit und Anmuth wegen, das größte Ausse-
hen erregte, und auf italienischen und deutschen Theatern noch jetzt gern
gehörc wird. Keine neuere Oper, etwa die Zauberftöte ausgenommen,
hatte sich so allgemeinen und anhaltenden Beyfalles zu erfreuen und selbst
Mozar t , obschon er erklärt habensoll, in 20 Jahren werde sie nicht
mehr gefallen, legte 2 vortreffliche Gesangstücke aus derselben in das
zweyte Finale seines „Don Juan" ein. Diese Oper wurde zuerst in
Wien 1737 bey Gelegenheit der Vermählung des sächsischen Prinzen,
jetzigen Königs Anton mit der kaiserl. Prinzessinn M a ri a Theresia
gegeben. Ausierdem schrieb M. noch: l'Arbore di Diana, mit äußerst
angenehmer Musik. — II Lurbcro, dessen Musik ebenfalls sehr geschätzt
wurde. — La Capricciosa corretta. — (^li 8p0äi in contraäto,
Oper, wovon jedoch nur die Ouvertüre und einige Arien im Stiche er-
schienen. — II sogix), eine Cantate für 3 Stimmen, mit deutschem
und italienischem Texte. — 12 Cänoni per ii cembalo.— 12Ariette
italiane con accomp. di c^mbalo. — Didon abandonnee, ballet
tragique en 5 A.ct65. Die erstgenannten Opern wurden auch ins Deut-
sche übersetzt.
Martinengo, lombard. Marktflecken in der Delegation B erg a-
mo, hat 3,000 Einw. und eine Knaben-Erziehungsanstalt mit privile«
girten Privat-Gymnasialschulen.
Mart ine) , Marianne (nach Andern El isabeth), ausge-
zeichnete Sängerinn, war geboren zu Wien 1750. Metastasio,
ein vieljähriger Freund ihres Vaters, unter dessen Augen sie erzogen
wurde, nahm sie nach ihres Vaters Tode zu sich, und sorgte für ihren
Unterricht. Sie vereinigte in sich die Eigenschaften einer großen Sän-
gerinn, fertigen Clavierspielerinn und ausgezeichneten Componistinn.
D. Burney und Metastasio erklärten sie für die vollkotnmenste
Sängerinn ihrer Zeit; sie zeichnete sich durch einen schönen lieblichen
Ton, schöne Triller, Leichtigkeit im Vonrag der schnellsten und
schwersten Stellen, und das Rührende und Ausdrucksvolle dieses Vor-
trags selbst aus. Schon 1765 bewunderte man ihre Talent? in dcrCom-
position. Sie starb in Wien. Von ihr sind viele Compositionen für die
Kirche: z. B. ein Miserere von 4 Stimmen. — Verschiedene italienische
Psalmen. Nach M eta stasio's Übersetzung von4—3 Stimmen mitIn-
strumenten.—Messen-Gesangstücke nach Metastasio. — Lateinische
Solomotetten und Sonaten fürs Clavier.
Mart in i zu Wasserburg, Carl Ant. Freyh. v,, Ritter des
ungar. St. Stephan-Ordens, böhmischer, tyrolischer und görzischer
Landmann, geh. Rath und zweyter Präsident der obersten Iustizstelle,
Mitglied verschiedener gelehrter Akademien, war geboren zu Revo auf
dem Nonsberge in Tyro l den 15. Aug. 1726, aus einer schon 1641
geadelten Familie. Vom Urgroßvater an, waren seine Väter Rechtsge-
lehrte (Advocaten). Durch Privatunterricht erhielt M. die ersten wissen-
schaftlichen Kenntnisse, dann studirte er zu Tr ient und von 1741 an zu
Innsbruck, 1747 ging M. nach Wien , vollendete daselbst seine
Studien, erhielt den juridischen Doctorgrad, bereiste sodann Deutsch-
land, die Niederlande, Frankreich, Italien und Spanien, und war
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie