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Märton de Mänd, Stephan. 585
graduirt, der die Kosten des Stiches auf sich nahm. 1813 unternahm
M. die Ausgabe eines vollständigen Le.ricons in lateinischer/ ungarischer
und deutscher Sprache, welches er nach Scheller's und Dauer 's
Wörterbuch bearbeitete. Der lateinische und deutsche Theil erschienen je-
der in 2 starken Bänden 1313—23; die Herausgabe des ungar. Theils
aber ist leider, wahrscheinlich wegen Mangel des Absatzes dieser 4 Bande,
bis jetzt unterblieben. Eine vollständige und schöne Ausgabe der poeti-
schen Werke von Csokonay Vit6zhaben wir auch M. zu verdanken,
4 Bde. 18 l0, ferner die Übersetzung von Versuch's Bilderbuche, wel-
ches in 4 Sprachen, derlatein.,unZar., deutsch, und französischen in Wien
erschien. 1323 übernahm M. die Redaction der seit 1736 in Wien er-
schienenen politischen Zeitung, Magvar I^urir, nach dem Tode P a n-
tz et's 1827. Dieß war ein neues Opfer, welches er seinem Vaterlande
brachte; denn neben diesem mühevollen Geschäfte, mußte er dennoch
nur von seinem Privatunterrichte leben, dahergab er jene Redaction mit
Ende 1834 auf. Endlich gab er 1334 die Biographie des verstorbenen
Hoftathsv. Gör ög, gewesenenErziehers (1307—9) des Erzherzogs Kron-
prinzen, jetzigen Kaisers Ferd inand, und 1309 — 24 des Erz-
herzogs Franz Car l , — sammt seinem sehr gut getroffenen Por-
traic heraus; in welcher auch die literarischen Verdienste Görög's
genau dargestellt sind. — M. ist Assessor einiger Comitate Ungarns und
correfpondirendes Mitglied der ungar. gelehrten Gesellschaft. Noch kein
Gelehrter hat um die ungar. Sprache so entschiedene Verdiensie als M. ;
seine Anstrengungen und Aufopferungen wurden eigentlich noch garnicht
gewürdigt. Nichts kann seinen vaterlandischen Eifer schwächen. Unter
die Verdienste M.'s rechnet man aAch nach derallgemeinenBehauptung, daß
die Verbreitung der deutschen Spiache in Ungarn, welche sowohl in
politischer als mercantilischer Hinsicht daselbst höchst nothwendig ist, ihm
zu verdanken sey, da er die Erlernung derselben durch seine in ungar.
Sprache verfaßte pract. Grammatik und seine Wörterbücher ungemein er-
leichtert hat, und die deutsche Sprache seitdem fast in allen ungar. Gym-
nasien als ordentliches Studium nach seiner Grammatik gelehrt wird.
l M r t o n de Mand , Stephan (Bruder des Vorigen), war ge-
boren 1760 zu Iszka-Szentg y örgy in Ungarn. Die Humaniora
absolvirte er zu K e cs ke m öt; von dort ging er nach D ebreczin, wo
er Philosophie und Theologie 3 Jahre studirte, dann wurde er zu Nä-
näs Nector des dasigen Gymnasiums. Als allsgezeichneter Schulmann
hatte er dieses Gymnasium gleichsam neu geschaffen, war ungemein ge-
schätzt, und hat sich bleibende Verdienste durch Verbesserung der Lehrart
auch in andern Gymnasien erworben. Nach 3 Jahren, welche die zuge-
messene Zeit für ?:n Rectorat bey den reformirten Gymnasien ist, begab
er sich nach Deutschland, und hörte zu Göt t ingen mathematische,
philosophische und theologische Vorlesungen. Sein Liebling5swdium war
jedoch Mathematik und Philosophie. 1790 kehrte er in sein Vaterland
zurück und wurde sogleich zum Professor der Rhetorik und Logik nach
Päpa im Meszprimer Comitat berufen. Nun öffnete sich ihm ein er-
wünschtes Feld, seine Talente und wissenschaftlichen Kenntnisse zu entwi-
ckeln, und für die Bildung seiner Neligionsgenossen unennüdet zu ar-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie