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sstt Märtonfalva. — Marx, St.
beiten. Das mittelmäßige Gymnasium zu P^va wurde durch seine er-
staunenswürdige Thätigkeit innerhalb 3 Jahren zu einem Collegium um-
geschaffen und für Togaten wurde während dieser Zeit ein 2 Stock hohes
Oebäude aufgeführt, wo die Togaten Wohnung und Kost hatten. Zu-
gleich hatte er die alte und bloß das Studium der lateinischen Sprache
bezweckende Lehrmethode gänzlich umgeändert, den Vortrag reeller Wis-
senschaften in allen Classen eingeführt, und die Schulbücher vom Abc-
Buch angefangen bis zu den philosophischen Studien verbessert und her-
ausgegeben. Nachdem schon mehrere Professoren im Päpaer Collegium
angestellt waren, übernahm er die Theologie zu tradiren, und gab die
christliche Moral nach Schmid heraus. Später übernahm er die Ma-
thematik und Philosophie, welche er anfänglich in ungar. Sprache vor-
trug / aber später auf ausdrückliches Verlangen der Vorsteher des Colle«
giums dieselbe lateinisch tradirte; daher er die theoretischen Theile der kri-
tischen Philosophie nach K r u g lateinisch herausgab; die practischen
Theile konnten aber nicht erscheinen. Das ganze Werk hatte er im classi-
schen Latein bearbeitet. Später gab er einen christlich-moralischen Cate-
chismüs in ungar. Sprache für untere Schulen heraus, welcher jedoch
;um öffentlichen Unterricht nicht angenommen wurde. — M., als Schö-
pfer des Päpacr Collegiums, so wie auch als vortrefflicher Lehrer
bleibt unvergeßlich. Sein Vortrag war ungemein lebhaft und faßlich.
Er war gegen seine Schüler, wenn ihr Betragen nicht sittlich gewesen,
sehr scharf und dennoch allgemein geliebt und geschätzt. M. hat den Un-
terricht der deutschen Sprache schon in den Grammatical - Classen zu
Papa eingeführt, und gab zu diesem Behuf ein kleines Schulbuch un-
ter dem Tifel: ,,A' Nemet Nvelr elsä keadete" (Anfangsgründe der
deutschen Sprache) heraus. Später gab er auch eine griechische Gram-
matik sammt Lese- und Wörterbuch heraus ((^örok (^rammatika), die
erste Erscheinung dieser Art in der ungar. Sprache. Er starb 1831 an
der Cholera, nachdem er nie krank gewesen und immer sehr mäßig in
beständiger Heiterkeit gelebt hatte. M. hat seine zwey jüngern Brüder
nach dem frühzeitigen Tode des Vaters erzogen, den I os. M. (Sprach-
forscher) und Gabriel M. (Prediger zuKö'veskäl im Szalader Co-
mitate, und Herausgeber eines vortrefflichen Werkchens über die wirth-
schaftliche Bienenzucht).
Martonfalva, kleines siebenbürg. Dorf und Hauptort des oberen
Weißenburger Comitates, in einem Thale gelegen, mit dem Comitat-,
hause.
Marx, St . (St. Marcus), das heutige grofie-Bürgerspital und
Versorgungshaus in Wi e n, welches auch der nahen Linie den Nahmen gibt.
Diese Anstalt war ursprünglich (urkundlich schon 1394) das Eigenchum
eines Wundarztes, der aus Menschenliebe arme Kranke unentgeldlich zur
Heilang und Verpflegung übernahm, und seine Anstalt bey vorgerücktem
Alter der Wiener Bürgerschaft vermachte. Von jener Zeit an wurde sie
ein öffentliches Spital, das 1529 bey der ersten türkischen Belagerung
ganzlich zerstört, jedoch bald darauf wieder aufgebaut wurde. Bey dem
zweyten Besuche der Türken 1l>83 diente es denselben zum Lazarethe,
und litt daher nur wellig. !70lj ließ Kaiser Joseph I. das Spital
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie