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588 Maschek, Paul. —.Maschel, vinc.
Schriften über die StadtIgla'u im Druck erschienen, sondern er hinter-
ließ auch mehrere schätzbare Handschriften zur Geschichte und insbesondere
zur Genealogie Mährens, welche nach seinem Tode (1301) durch Ankauf
ln die Cerroni'sche Bibliothek übergingen.
Maschek, Paul , ward 1761 zu Zwikowecz in Böhmen geboren.
Sein Vater, Schullehrer in diesem Orte, gab ihm den ersten Unterricht
in der Musik, und M. sing schon damahls unter dessen Leitung an, ver-
schiedene kleine Stücke zu componiren. In seinem 15. Jahre trat er zu
Krczicz bey dem dorrigen Schullehrer als Gehülfe in den Schuldienst,
und fand hier Gelegenbell, sich in der Composition weiter auszubilden.
Das nähmlichegeschah auch späterhin, als erinZlonitz abermahl alsSchul-
gehülfe, und in Iarmer i tz in Mähren als Subcantor stand. Zu die-
ser Zeit lieferte er einige Messen, Litaneym und andere Kirchensachen.
Da er jedoch im Orgelspielen eine ungemeine Geschicklichkeit besaß, und
sich hierdurch vielen Beyfall erwarb, so wurde er bey dem Grafen Franz
Nadasd, der ihn zufällig hörte, als Claviermeistsr aufgenommen, und
reiste mit ihm zuerst nach S tuh lweißen bürg, dann aber nach
Wien. Später kam er, abermahls als Claviermeister, zum Grafen
Georg v. Niczky. In Agram kaufteer eine Harmonica, die er von
sich selbst spielen lernte, und auf welcher er es. durch stete Übung so weil
brachte, daß er mit Recht als der vorzüglichste Harmonicaspieler galt.
1792 kehrte er neuerdings nach Wien zurück, und ließ sich nicht nur in
beyden k. k. Hoftheatern, sondern auch bey Hofe selbst, und bey mehreren
Großen mit allgemeinem Beyfalle auf der Harmonica hören. Von ihm
sind 6 Symphonien, 6 Parthien für Harmonie-Musik> verschiedene
Quartetten, Quintetten und Sextetten, welche auch noch 1799 ro.'l
ihm fortgesetzt, und selbst ins Ausland versendet wurden.
Maschek, v inc. (Bruder des Vorigen), Concerrmeister auf dem
Pianoforte, Componist und Musikdirecto'r an der Pfarrkirche zu St . N i-
clas in Prag. Er wurde zu Zwikowecz in Böhmen'geboren, und
studirte zu Prag die Musik bey Dussek, und den Generalbaß bey
Seiger t . Hierauf besuchte er mehrere berühmte Städte Deutschlands,
mit dem Grafen Wr rby , und ließ sich zu B e r l i n , Dresden,
Ha l l e , Leipzig, Hamburg, so wie auch spater zu Kopenhagen
mit vielem Beyfalle hören. Schon in frühern Jahren machte er verschie-
dene Compositionen durch den Stich bekannt. Dieser Eifer für die Ton-
kunst, den er durch die Herausgabe seiner Werke bewies, bahnte ihm den
Weg zu höheren Anerkennungen. 1794 wurde er vom Prager Magistrate
zum Musikdirector an der St. Niclaskirche auf der Kleinseite gewählt,
und 1796 wurde ihm die Composition der Tantate, welche die böhmischen
Stande zu Ehren des Erzherzogs Carl am 18. Nov. 1796 auf dem
Nationaltbeater in Prag von 100 Tonkünstlern aufführen ließen, auf-
getragen. Für diese große und mir vielem Beyfalle aufgenommene Com-
position wurde er nebst der ständischen großen Belohnung auch vom Kaiser
Franz selbst mit einer goldenen Dose beschenkt. Er hat folgende musika-
lische Werke bekannt gemacht: Der Ostindienfahrer. — Der Spiegel-
ritter, Opern. — Böhmens Dankgefühl, seinem glorreichen Erretter
Erzherzog Carl, Prag 1797. — 12 Variationen für das Pianoforte.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie