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Mathiao Corvinuo, Rönig von Ungarn. 5!N
Gesandtschaft, gegen 60,NW Goldgulden frey, und suchte sich den jungen,
viel versprechenden König, dessen Freundschaft ihm bey der nahen Gränz»
Nachbarschaft sehr wichtig war, dadurch für immer zu verbinden, daß ec
ihm seine Tochter Kul i igund ezur Gemahlinn gab. Bey seiner Ankunft in
Ungarn wurde M. mit großer Freude aufgenommen, doch war der Anfang
seiner Regierung nicht ruhig; mehrere Magnaten, worunter selbst der
Palatin, welche sich schon seiner Wahl widersetzt hatten, beriefen den
Kaiser Friedrich I I I . , welcher die ungar. Krone noch in Verwahrung
hattc, zum Könige, und es entspann sich ein langwieriger Kampf,
wahrend welchem auch die Türken, diese Spaltungen benutzend, in Ungarn
emstelen, und das Land verheerten. .1463 kam endlich der Friede mit
dem Kaiser zu Stanhe, der M. als Konig von Ungarn anerkannte,
die ungar. Reichskrone auslieferte, und sich nur den Königstitel, und,
im Falle M. ohne männlichen Erben sterben sollte, die Erbfolge vorbehielt.
M. wendete nun seine ganze Macht gegen die Türken und besiegte sie.
N65 wurde König Geo rg vonBöhmen als der hussitischen Lehre zugethan,
vom Papste in den Bann gethan, und ein förmlicherKreuzzug wider ihn
gepredigt. M. ergriff diese Gelegenheit, vergessend wie großen Dank er
Georg schuldig war, seine Hand auch nach Böhmens Krone auszustrecken;
er drängte das in Osterreich unter dem Prinzen V ic to r in eingefallene
Heer zurück, verfolgte es bis Mähren, ließ sich in B runn zu Bohrens
Könige krönen, und empfing auch die Huldigung der Breslauer, die
Georgen von jeher abhold waren. Nach dessen Tod 1471 folgte ihm
der polnische Wladis law aufdenThron, zuM.'s großem Grimme, da
er erfuhr, daß Kaiser Friedrich bey dieser Thronfolge eine etwas zwey-
deutige Rolle spielte, indem er sowohl M . , als auch Wlad is law
geheime Zusicherungen gemacht hatte. Als Letzterer obendrein im Reichs?
tage zu Regensburg von dem Kaiser anerkannt wurde, kannte M.
keine Gränzen seines Zornes, von Na ab aus schickte er seinen Fehdc-
brief, und warf sich mit aller Macht auf Osterreich. Wie vom Wirbelwind
fortgerissen, hatte sich in wenigen Tagen von der L eith a bis an den
Wienerberg alles an M. ergeben. Er umgarnte Wien von allen Seiten,
besetzte beyde Donauufer, und nur die standhafteste Gegenwehr und
Ausdauer der Wiener verhüthete damahls den Fall der Stadt, der bey
Fricdrich's fast gänzlicher Wehrlosigkeit zu dieser Zeit von unberechen,
baren Folgen gewesen wave. Endlich wurde, auf Vermittlunc des päpsil.
Legaten, der fur M. äußerst günsiigeKorneuburger Friede abgeschlossen,
durch welchen er die Lehen eines Königs und Churfürsten von Böhmen
erhielt, und die Räumung Österreichs mit schwerem Gelde erkauft wurde.
1479 kam endlich auch der Friede mit Wlad is law, und ebenfalls sehr
günstig für M., zu Stande, welchem Mahren, Schlesien, beyde Lau-
sitzen und lebenslang in Gemeinschaft mit Wlad is law der Titel
eines Königs von Böhmen zu Theile wurde. Mittlerweile hatte sich M.
nach dem Tode seiner erstenGemahlinn mit Beatr ix von Sicilien vermählt,
und trachtete nun auch, sein großes Reich im Innern zu befestigen und
zu verherrlichen. Er vereinigte die Großen des Reiches, die bisher auf
ihren Schlössern durch Parteyhaß entzweyt, verwildert waren, an seinen
glänzenden Hof, stiftete in Ofen eine hohe Schule, legte eine Büchers
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie