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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 599 -
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Maximilian I., röm.« deutscher Raiser. 5W schiedene Präludien und Ausweichungen für die Orgel, mehrere So- naten und Variationen, Andante und m. dgl. für das Pianoforte. Maximi l ian I . , römisch-deutscher Kaiser :c., einer der ausge- zeichnetsten Regenten des österr.-Habsburgischen Stammes, war geboren zu Wien.er-Neustadt den 22. März 1459, einziger überlebender Sohn Kaisers Friedrich I I I . , welchen er an allen schönen Vorzügen weit übertraf, nur an Erwerbungslust ähnelte, und der schönen Eleo- nore von Portugal. Seine Geburt, wie die Jahre seiner Erziehung fielen in eine vielfach bewegte kriegerische Zeit, und er lernte bereits im Kindesalter manche Entbehrung und Ungemachlichkeit kenn.en, welche ihltl in Hinsicht auf seine hohe Geburt und der großen Sorgfalt, wel- che seine Altern für ihn hatten, schwer genug zu ertragen war, jedoch auch wieder die Abhärtung seines Körpers zur Folge hatte, seinen Muth gegen Gefahren stählte, und in ihm so jenen Geist der Ritterlichkeit bis zu einem Grad ausbildete, in welchem er alle seine Zeitgenossen über- traf, und der ihn in der Folge nicht selten zu den gefahrvollsten und abenteuerlichsten Unternehmungen spornte. Als in den Fehden des Kai- sers Friedrich mit seinem Bruder Albrecht V I I . , Letzterer in Ver- bindung mit den Wienern den Kaiser in seiner eigenen Burg belager- te, lernte M. zuerst die bitterste Entbehrung kennen, und der junge Prinz mußte sich durch langereZeit mir gerösteter Gerste zum Mahle be- gnügen, bis durch die gewagten Unternehmungen eines kaiserl. Hofdie- ner^, Kronberger und dessen Sohn, die kaiserl. Tafel wieder mit an- gemessenerem Mahle beschickt werden konnte.—M.'s Fähigkeiten entwi- ckelten sich, vielleicht eine Folge der nicht zweckmäßig getroffenen Aus- wahl von Lehrern, nur langsam, gelangten aber auf einmahl, durch Ehrbegierde und Beyspiel angeregt, zu der schönsten Reife, so sprach er z. B. mehrere Sprachen (man führt deren sieben an) mit Fertigkeit, und zeichnete sich besonders in der lateinischen aus, Künste und Wissen- schaften hatten sich seiner besondern Vorliebe und bey seinem vorgerück- ten Alter, seines auszeichnenden Schutzes zu erfreuen, besonders zogen ihn Poesie und Geschichte an, in welchen Fächern er sich selbst auf rühm- liche Weise versuchte. Vor Allen aber waren es Krieg, Jagd und eine überwiegende Neigung zu (nicht immer gefahrlosen) Abenteuern, welche seine Iünglingsjahre bezeichneten, und ihm den Nahmen des fürstlichen Ritters mit Recht erwarben. Unter der Zahl der letztern, welche in dem berühmten Theuerdank (s. d.) der Reihe nach allegorisirt angeführt werden, stellt sich jenes auf der Martinswand bey Innsbruck, als er sich eben bey seinem Vetter, dem Erzherzog Siegmund von Tyrol zum Besuche befand, als das ausgezeichnetste und allbekannteste dar. Er hatte sich, in eifriger Verfolgung der Gemsen auf diesem schroffen Felsen dergestalt verstiegen, daß er keine Möglichkeit der Rückkehr mehr vor Augen sah. In einer Höhe von W Klaftern auf steilen Felseuspitzen schwebend, daß seine um Hülfe rufende Stimme kaum mehr vernommen werden konnte, gab ihn Alles schon für verloren, und der Priester zeigte ihm von ferne zum letzten Troste das Sacrament. Am dritten Tage, den er in dieser verzweifelten Lage zwischen Himmel und Erde, ^S Hungertodes gewärtig, zugebracht, wurde er endlich von kühnen
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
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