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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
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Maximilian I., räm.-deutscher Aaiser. (iOI die geliebte Gattinn durch den Tod verloren, so brach die Flamme der Zwietracht helllodernd aus. Es wurde M. die Vormundschaft über seinen Sohn Ph i l ipp von den Ständen angefochten, Gent und Brügge unterhielten offenes Verständniß mit Frankreich, und wirk- lich kam ohne M.'s Beystimmung der Friede zu Arras zu Stande, wodurch nicht allein verschiedene Bezirke an Frankreich abgetreten, sondern sogar M a r g a r e t h a , seine dreyjährige Tochter, ihm ent- rissen , mit dem Dauphin Carl verlobt, nach Par i s abgeführt wurde, und dolt erzogen werden sollte. M. setzte den Krieg mit den übermüthigen Flamandern fort, zwang sie endlich (1485), seinen Sohn Ph i l ipp herauszugeben und ihn als Vormund desselben und als Regenten anzuerkennen. Bereits 1486 wurde M. einstimmig zum römischen König gewählt, und in Aachen gesalbt. 1433 empörten sich die Niederländer aufs Neue, ja sie hielten sogar M. , den sie zu sichge- laden, zu Brügge gesanglich an, ermordeten mehrere seiner deutschen Rathe, ja seinem Leben selbst drohte Gefahr und er erlangte, nachdem sein getreuer, lustiger Rath Kunz von der Rose «vergeblich versucht hatte, ihn durch List zu befreyen, seine Befreyung erst wieder, als sich Kaiser Friedrich an der Spitze eines Reichsheeres näherte. Jedoch wurden erst 1493 die Niederländer gänzlich durch die Gewalt derWaffen bezwun- gen, der Rath von Gent, Brügge undIvern mußten nun öffent- lich auf den Knien Abbitte thun, und diese 2 Städte ein Strafgeld von einer Million bezahlen. 1439 erwarb M. von seinem bereits weit im Alter vorgerückten, kinderlosen Oheim Sieg mund Tyrol, wodurch wieder alle osterr. Lander" in einem Oesammtbesitz vereinigt wurden. 1491 verlobte sich M. mit Anna , Erbtochter von Bretagne, und erweckte dadurch die Eifersucht Frankreichs im hohen Grade, da durch die Vereinigung Bre- tagnes mit den Niederlanden diesem Reiche eine furchtbare Nachbarschaft erwuchs, deren Gefährlichkeit durch die geschlossene Verbindung M.'s mit England noch gesteigert wurde. Auf der Reise zu M. wurde daher diese Prinzessinn von einer französischen Schaar überfallen, nach Tours ge- führt, M.'s Bevollmächtigte von ihr mit Gewalt getrennt, und der Kö- nig von Frankreich, Car l V I I I . , vermählte sich schnell mit ihr und schickte M.'s Tochter, Marga re tha , wieder zurück, worauf sich ein Krieg mit Frankreich entspann, der sich, obwohl M. von den Reichsständen schlecht unterstützt wurde, doch durch seine eigene Kraft und Beharrlich- keit im frieden zu Sen l is (1493) so weit glücklich endigte, daß dem Hause Osterreich der Besitz der Niederlande gesichert wurde. Mittler- weile war einer seiner gefährlichsten Gegner, der große Ma th ias Cor- vinus, in dem eroberten Wien gestorben, M. benutzte die Zeit deS ungarischen Erbstreites und zog mit vielem Volke aus Schwaben und Bayern gegen Wien , das ihm den 23. Aug. 1490 die Thore öffnete; bald siel auch die von den Ungarn besetzte Burg und ganz Osterreich wie- der in seine Gewalt, und im Frieden mit König Wladis law (1491) erlangte M. den ungarischen Königstitel und das Versprechen der Erb- folge, im Falle dieser ohne mannliche Erben sterben sollte. 1494 ver- mählte sich M. zum 2. Mahle mit der Prinzessinn B lanca M a r i a Sforza von M a i l a n d , welche ihm einen Brautschatz von 400,000
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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