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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 602 -
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Maximil ian I., röm.« deutscher Raiser. Ducaten zubrachte, und durch welche Vermählung er auch einigeMahle in das Interesse der italienischen Politik gezogen wurde. 1496 vermit- telte er die Heyrath seines 18jährigen Sohnes Phi l ipp mit der jüngern spanischenInfantinn Iohanna, der Tochter Ferd in a nd's von Arrago, nien undIsabellen's vonCastilien/durch welche Vermahlung dasHaus Habsburg in der Folge auf den spanischen Thron kam und denselben durch 2 Jahrhunderte behauptete. Den 19. Aug. 1493 starb Kaiser Friedrich I I I . , und nun übernahm M. sowohl die Regierung seiner durch König Mathias's siegreiche Fortschritte ziemlich geschmälerten Erblande, als auch die des deutschen Reiches. Gleich bey seinem Regie- rungsantritte kündigte er sich durch seine Beredsamkeit, durch seinen rit- terlichen, kriegerischen Geist und durch die Leichtigkeit, Geschäfte zu be- handeln, auf das vortheilhafteste an. Er ging, selbst der letzte und einer der ausgezeichnetsten Ritter, dennoch sogleich bereitwillig in das Verlangen der deutschen Stande ein, das Faustrecht in Deutschland durch den ewigen Landfrieden aufzuheben und durch eine neue geographi- sche Eintheilung Deutschlands, so wie durch die Begründung des Reichs- kammergerichtes, eine bessere Ordnung der Dinge herbeyzuführen. 1506 starb M.'s einziger Sohn Ph i l i pp , in der Blüthe seines Alters^ 2 Söhne, Car l und Ferdinand hinterlassend, welche in der Folge den Habsburg'schen Stamm in Spanien und Österreich fortpflanzten. 1503 nahm M. , von der Republik Venedig beleidigt, welche ihm bey seinem Römerzuge den Durchmarsch mit bewaffneten Truppen durch ihr Gebieth verweigert hatte, mit den Königen von Frankreich und Arrago« nien Antheil an der vom Papste gebildeten Ligue von Cambray, durch welche die ganze politischeExistenz des venetianischen Freystaates bedrohtund eine Theilung desselben zwischen den Verbündeten verabredet ward; die kluge Nachgiebigkeit der Republik zur rechten Zeit wandte aber für dieß» mahl noch den drohenden Schlag ab; Arragonien und der Papst trennten sich zuerst von der Coalition, diesen folgte Frankreich, nur M. setzte die Fehde bis 1513 fort und erhielt in dem in diesem Jahre geschlossenen Frieden das Gebieth von Roveredo und 200,000 Ducaten Ent- schädigung. 1509 starb ihm auch seine zweyte Gemahlinn Blanca Mar ia , und er vermählte sich nicht wieder. 1511 wurde M. , während einer gefährlichen Krankheit des Papstes Ju l ius I I . von dem Ge- danken ergriffen, die Kaiserwürde mit der päpstlichen zu vertauschen, ja nach der Herstellung des Papstes verlangte er von demselben, ihn zu sei- nem Coadjutor zu ernennen, allein der Papst wich diesem Antrag aus, und die Cardinäle wählten nach seinem Tode (1513) dessen Nachfolger LeoX. so schnell, dasi der sonderbare Plan des Kaisers ganz verei- telt ward. Nach mehreren, mit abwechselndem Glücke geführten Feldzü- gen gegen die Schweiz, in dem bayerischen Erbstreite zwischen der Mün- chener und Landshuter Linie, worin er sich zu Gunsten der Erster» ver- wendete, nach dem Mißlingen mehrerer seiner Lieblingspläne, worunter besonders sein beabsichtigter Zug gegen die Türken, wozu die Reichsstän- de nicht zu bewegen waren, und seine Absicht, Österreich zu einem Chur- staat zu erheben, welcher sich die Churfürsten widersetzten, und nachdem er noch seinen Erbstaat durch einige Erwe dingen arrondirt hatte, so
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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