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Max. soch-u. Deutschmcist.—Max.l3m.,Churf.v.Bayern.6^7
Mar imi l ian , Titularkönig von Polen und Hoch- und Deutsch-
meister, geboren 1553, vierter Sohn des Kaisers Max imi l ian I I .
1585 ward er Coadjutor des deutschen Ordens, 1595 Großmeister des,
selben. Nach dem Tode seines Vaters wurde M. 1587 von einem Theile
der Polen dem, von dem andern Theile der Stande zum Könige ge,
wählten schwedischen Prinzen Siegmund entgegengestellt, konnte sich
jedoch, obgleich unterstützt vom Kaiser Nu dol pH, in Polen nicht be-
haupten. Den 14. Jan. 1533 ward M. bey Birchen an der schle-
sischen Gränze von seiner Gegenpartey besiegt und gefangen genommen
und 1589 nur gegen Verzichtleistung auf die polnische Krone aus seiner
Haft entlassen. 1594 übernahm M. die Verwaltung der innerosterr.
Provinzen, 1595 jene von Tyrol und den Vorlanden. Als Oberbe-
fehlshaber in Ungarn that er den Türken von 1596 bis 1599 großen
Abbruch. Später wurde M. Vormund des Erzherzogs Ferdinand
vonSteyermark (dem nachherigenKaiser Ferdinand II.). Auch entsagte
M. zugleich mit den übrigen österr. Prinzen zu Gunsten seines Mün-
dels allem Erbrechte, und starb unvermählt den 2. Nov. 16l3.
Maximi l ian iLmanuel, Churfürst ron Bayern, Generalcapitan
und Statthalter der spanischen Niederlande, Ritter des goldenen Vlie-
ßes, geboren 1662, war frühe zur Regierung gelangt; kaum voll-
jährig trat er mit dem kaiserl. Hofe in nähere Verbindungen, den Maxi-
men seines Vorfahren entgegen. — Seine Hülfttruppcn waren in der
Türkengefabr (1683), die ersten, di^ sich in Bewegung setzten; und
für seinen Thateneifer fand er bey dem Entsatze von Wien die erste Be-
friedigung und die erste Erfahrung. Da er vorher keinen Feldzug ge-
macht hatte, so hielt er sich, ohne einen Befehl zu übernehmen, an der
Seite des Fürsten von Wa ld eck, der das Reichsheer führte. — M.
befand sich in den Belagerungen von Gran , Ofen (1684) und Neu-
häusel (1685), und schlug während der letzten mit dem Herzoge von
Lothringen den Seraskier vor Gran , wo er durch den Morast sich
einen Weg bahnte? um den Nachzug des Feindes vollends zu Grunde
zu richten. — Bey der endlichen Eroberung von O f e n , und im
Treffen bey M o h a c s (1685),' wo er den linken Flügel führte,
pflanzte M. die Lorbeern des Ruhmes, die er vorBelgrad (1688) gei
erntet hat. — Hier sah man ihn das erste Mahl ganz aus eigener
Kraft wirken. Der Herzog von Lothringen war Krankheitswegcn vom
Heer entfernt. M. aber, der diese Gelegenheit als entscheidend für sei-
nen Feldherrnruhm ansah, traf seine Anstalten mit rastloser Anstren-
gung, und setzte sich jeder Gefahr aus, in den Linien sowohl, als im
Sturme, wobey er auf 5 Puncten zugleich anlaufen ließ, und wo es
in seiner Gegenwart und nach seinem Beyspiele Niemand wagte, muth-
los zu seyn. — Nach diesen glanzenden Unternehmungen kehrte M. in
sein Erbland zurück. — In Folge der Verbindungen zuAugsburg (1686)
und bey nun erklärtem Kriege mit Frankreich, nahm er eine Stellung
am Oberrhein, aus welcher er sich mit dem Belagerungsheere vor
Mainz (1689) vereinigen, und zur Eroberung dieser Festung thätig
mitwirken konnte. Er übernahm nach dem Abgänge des Herzogs von
Lothringen (1690) den Oberbefehl, und setzte sich vor Ph i l ip ps bürg,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie