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614 Mayer , Wenzel Ios.
der Pharmacie, kehrte aber wieder zu den Studien zurück, und
wurde mit Nachsicht des vorgeschriebenen Alters 1309 Priester. Schon
nach fünfmonathlicher Seelsorge auf dem Lande zu Gu ttaring, wurde
er Caplan bey der Dompfarre in der Stadt Klagen für t , wo ihm
1313 die Stelle eines Dompredigers anvertraut wurde, von wel-
cher er 2 Jahre darauf auf sein Ansuchen als erster Prediger an die dasi-
ge Hauptpfarrkirche übersetzt wurde, wo M. noch immer mir ausge-
zeichnetem Rufe seinem Amte vorsteht. Aus Liebe zum Geburtslande,
und um, wo immer mo'glick zu nützen, übernahm er 13 l 6 von dem
damahligen dortigen Landrache, nun Landreckts-Präsidenten zu Inns-
bruck, Ioh. Ritter v. Ienu l l die Redaction des Wochenblattes
„Carinthia," die er schon 20 Jahre mit gleicher Liebe fortbesorgt, und
großtentheils zu einem Onginalblatte erhob. Auf höhern Wunsch redi-
girt derselbe auch seit dem Frühjahre 1821 das politische Blatt der Kla-
genfurter Zeirung mit Umsicht und Unverhrossenheit. Vom 3. Bandchen
angefangen, übernahm M. auf eigene Kosten die Herausgabe der von
seinem Freunde Dr. Kumpf gegründeten kärnthner. Zeitschrift, wovon
nunmehr das 8. Heft erschienen ist. Seine besondere Vorliebefür Kärnthen
läßt ihn keine Opfer scheuen, welche diese Herausgabe bey aller Un-
eigennützigkeit der meisten Mitarbeiter nothwendig macht. In ihr ist eine
wlchtige Fundgrube für Geschichte, Topographie, Statistik, wie für das
vaterlandischeDichtertalentgegründet, die durch allgemeine Unterstützung
Rauln und Gelegenheit zu einer bedeutenden Entwicklung von Daten
und Talenten biethet. Nicht verdienstlos bey der Gründung des kärnthne-
rischen Musikoereines, wo er als Ausschußrath wirkt, ist er auch seit
Jahren einer der 5 Directoren, nähmlich für das Fach der Literatur, in
dem seit 1317 bestehenden Vereine zum geselligen Vergnügen. Als Schrift-
steller lieferte er antiquarische und statistische Aufsätze aus Kärnthens
Vorzeit und Gegenwart in die von ihm redigirten Blätter, aus dem be-
sonders die Aufsatze über den aus der Römerzeit und dem Mittelalter
wichtigen Helenenberg und Moosburg die bedeutendsten sind. Auch im
Gebiethe der Dichtkunst finden sich gelungene Versuche von ihm unter
verschiedenen Pseudonahmen in den heimathlichen und andern Blattern
und Almanachen, von welchen der mit I. Proben gefertigte am
meisten vorkommt. Zugleich seinem Berufe entsprechend, ließ M. 13l9
bey Leon in Klagenfurt Legenden und Erzählungen, als ein Ge-
schenk für die Jugend drucken. Der Veröffentlichung seiner gemüthlichen
Kirchenreden durch den Druck sieht man mit Verlangen entgegen.
Mayer, tvenzelIos., Abt des Prämonstratenser-Ordens in
dem Stifte Strahof zu Prag„ königl. Almosenier, Prälat im Kö-
nigreiche Böhmen :c., Mitglied der ökonomisch-patriotischen Gesellschaft
in Prag, wurde 1734 zu Schlucken au in Böhmen geboren. Er
trat 1752 in den Orden, legte 1753 die Profession ab, wurde 1759
Priester, 1773 Secretär, am 8. März 177!) Abt und Prälat, und
1790 königl. Almosenier. Er starb den 7. Jan. 180(1 als einer der ge-
acktetsten Prälaten Böhmens, der sich sowohl durch seinen edlen Cha-
rakter als durch seine Liebe zu den Künsten und Wissenschaften, die er
nach Kräften zu befördern gewohnt war, auszeichnete.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie