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Mayern. — Mayrhofer.
Mayern, N)ilh. Friedr./ k. k. Hauptmann, war 176l) in
Franken geboren. Seine Erziehung war so eingeleitet, daß sie seiner Nei-
gung zum Soldatenstande, so wie zum gelehrten Forschen gleich günstig
seyn konnte. Seine militärische Laufbahn eröffnete er bey der Artillerie,
nahm dann nach mehrjähriger Dienstleistung A^ ied, und ging auf
Reisen. Er durchreiste England, Schottland, Deutschland, Ungarn,
Polen, ganz Italien und Griechenland, hielt sich längere Zeit. in der
Türkey, zu Constantinopel llnd in Sicilien auf, über welche Lander er sich
eine richtige und vielumfassende Kundtz erwarb. Auf allen seinen Reisen
erforschte er die Lebensart, den Charakter, die Gesetze und Verfassun-
gen der Völker, so wie auch die Natur in allen ihren Beziehungen und
Praductionen. Eben so widmete er auch seine Aufmerksamkeit den Bil-
dungsanstalten, dem Betrieb der Wissenschaft und Kunst, dem Handels-
verkehr, dem Kriegswesen, der Staatswirthschaft, der Geschichte und
besonders den bildenden Künsten. Als Frucht dieser tiefen und mühsamen
Forschungen ist sein originelles und geistreiches Werk: Dya na Sore,
oder Wanderer, in 3 Theilen», Wien 1791; 2. vermehrte Aufl., eb.
1316 in 5 Theilen erschienen, das in der deutschen Literatur großes
Aufsehen machte und Bewunderung erregte. — In diesem anonym her-
ausgegebenen Werke legre M. seine hohen und großartigen Ideen von
Vaterland, Tugend und Tapferkeit nieder. — M. setzte seine Reisen,
so wie seine Studien ununterbrochen fort; überall zeigte sich unverkenn-
bar sein reger Eifer und tiefer Scharfblick. Er riech schon frühzeitig zur
Errichtung einer Landwehre in den österr. Staaten, und da 1809 eine
allgemeine Volksbewaffnung wirklich eintrat, unterstützte er diese mit
Rath und That, und trat abermahls freudig in die österr. Kriegsdienste.
Ihm wurden Ausarbeitungen über die wichtigsten militärischen Gegen-
stande übergeben, und was er lieferte, zeugte von seinem tiefen Geist
und'bewahrte sich stets in der Praxis anwendbar. Seine Plane wa-
rengroßartig, mit kühnem Schwünge gedackr, deren Ausführung aber
oft Zeitverhältnisse und Umstände hinderten. 1813 gewann seine Kraft
in Ausführung früherer Ideen ein neues thätiges Leben; er half das
Volk am Rhein bewaffnen, und es in den Waffen üben. 1315 wurde
er von Osterreich nach Paris geschickt, um die Auslieferung und Ab-
sendung der aus Italien von den Franzosen weggenommenen Kunstwerke
zu besorgen, welche er auch selbst auf dem Transporte nach Rom beglei-
tete, und einen päpstlichen Orden erhielt. Bey seiner Zurückkunft wurde er
dem österr. Gesandten am spanischen Hofe, Fürsten Aloys v.Kaunitz
zugetheilt und lebte mehrere Iihre zu Madrid. 1320 war er in der
Umgebung des Fürsten Carl von S chw arz e nberg, war bey dessen
Tode zu Leipzig, und erhielt den Auftrag, die Leiche des Fürsten
nach Prag zu begleiten. Hierauf wurde er auf Verwendung des Feld-
marschall-Lieutenants Freyh. v. La n genau, der M. persönlich kann-
te, seine Talente und Kenntnisse schätzte, bey der Militär-Commission
der deutschen Bundesversammlung zu Frankfurt a. M. als Haupt-
mann angestellt. Er starb daselbst den 13. May 1329.
Mayrhofer, Iol) . , k. k. niederösterr. Regierungs-Concipist und
Bücher-Revisor in Wien, ist geboren 1737 zuSteyer im Traun-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie