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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 618 -
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Mech i t ar . — Me d i a s. Er hält auch ein bedeutendes Lager von Alabaster-Waaren. Auch verlegt er viele Portraits von Künstlern und andern ausgezeichneten Personen, größtentheils von dem genialen Kriehuber lithographirt. Mechltar (Mehitar) di pietro, Stifter der Congregation der Mechitaristen, war geboren 1676 in der Stadt Siwas oderSebastia, ^ in Klein-Armenien. Seine erste Erziehung erhielt er von 2 Nonnen. Frühzeitig weihte er sich dem Dienste der Kirche, ward bereits im 20. Jahre Priester, und begann nun aus allen Kräften zu streben/ den in geistiger Beziehung sehr gesunkenen Zustand seiner Nation zu heben. 17l)0 ging er nach Constanrinopel, wo er predigte, und bald mehrere Schüler sammelte. Trotz mehrerer Widerwärtigkeiten begründete M. bereits ^ 1701 seine Congregation, mit welcher er 1703 nach Mothon in Morea ging, wo ihm die venetianische Regierung, uncer welcher damahls ganz. Morea stand, einen Platz anwies, um ein Kloster und eine Kirche zu erbauen. 1715 ging er, da Morea von den Türken bedroht wurde, mit seiner Gesellschaft nach Venedig.und erhielt von der Regierung für ewige Zeiten die Insel S. Lazzaro zum Geschenke, wo er ein neues Kloster und eine Kirche erbaute, und die Freude hatte, die von ihm gestiftete Congregation schnell emporblühen zu sehen. Er starb daselbst den 16. April 1749 im 83. Jahre seines Alrers. S. den folg. Art. und Congreg ation der Mechitaristen in Wien. Mechitaristen bestehen in mehreren Städten der österr. Monarchie (Wien, Venedig, Elisa beth stadt). In Wien wurden die M. 1310 aufgenommen, nachdem sie von der damahligen französ. Regierung von Trieft fortgeschafft worden waren. Es wurde ihnen durch den Kaiser Franz das ehemahlige Capuzinerkloster am Platzel in der Vorstadr S t . Ulrich zur Nutznießung angewiesen, welches sie jedoch 1813 durch Kauf als Eigenthum an sich brachten. 1815 wurden sie vom Amortisations- gesetze befreyt. Ihre Religion ist die römisch-katholische, ihr Ritus der syrische, ihre Schrift - und Kirchensprache die armenisch-haykanische. Die Zöglinge erhalten nach dem Lehrbuch des Stifters Mechirar (s. d.) in der armenischen Sprache Unterrichr, die zu Priestern bestimmten Zöglinge lernen auch die lateinische Sprache und die Theologie, ihre Studien begründen jedoch keine Befähigung zu einer Amtswirrsamkeu im Innern des österr. Kaiserstaares. Ihr Stand inWien ist 23 Prlester und Layenbrüder. Zöglinge aus Armenien zur Erziehung haben sie 10. Vergl. Congregat ion der M e ch itaristen in Wien. Medaille der obligaten Mannschaft, s. Tapferkeits-Me- daille. Medias(Medwisch), siebenbürg, kön. Freystadt und Hauptort des gleichnahmiqen Stuhles, liegt am linken Ufer der großen Kokel in einem von diesem Flusse durchströmten Thale. M. zählt 5,900 Einwohner, mei- stens Sachsen und Walachen, welche sich ne^st ih '^en Handwerken auch auf andere Wirchschaft^zweige, besonders auf den Weinbau verlegen. Die Stadt ist mit Mauern umgeben, hat 6 Thore, einen großen Markt- platz, eine lutherischeHauptkirche, em luch. Gymnasium mit Bibliothek, ein Franciscanerkloster, ferner Kirchen der Reformlrten, der unirten und nicht unirten Griechen, ein Armenhaus und ein Postamt nebst einigen
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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