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Medic.» chirurg. Zeitung. — Mcdic. Jahrbücher. 62l
werden inSchranken von Rosenholz unter Spiegelgläsern, mitwei^seidenen
Draperien und grünseidenen Vorhängen versehen, verwahrt. Über den
Wachspräparaten hangen deren colorirte Zeichnungen in Rahmen und
Glas. Der erste Saal enthält die Bänder' und einen Theil der MuS-
kel-Präparate, der zweyte umfaßt die Fortsetzung und das Ende der
Muskeln, den Anfang der Eingeweide, mehrere Mißgeburten, und in
der Mitte eine mit großer Kunst verfertigte scalpirte Wachsfigur/ auf
welcher die auf der Oberstäche liegenden Lymphgefäße, so wie das Nerven-
gesiecht besonders schön dargestellt sind. Im dritten Saale ist die Fortse-
tzung und dasEnde der Eingeweide, mehrere Mißgeburten, und in der Mitte
wieder eine liegende Figur, worauf die Venen des ganzen Körpers vor-
trefflich gearbeitet zu sehen sind. Der vierte Saal enthalt die Darstellung
der Gefäße im Einzelnen und 2 liegende Figuren im Ganzen, so wie
einen Kasten mit feinen Einspritzungen mehrerer Eingeweide des mensch-
lichen Körpers, von Doctor Römer bearbeitet. Der fünfte Saal umfaßt
das Gehirn, Rückenmark un"d das Nervensystem; der sechste eilf Kästen
mit großen Figuren, woran Muskeln, Gefäße und Nerven ausgezeichnet
bearbeitet sind. Inmitten dieses Saales ist die berühmte Copie der medi»
eeischen Venus, an welcher alle Eingeweide der Brust- und Bauchhöhle
nach einander herausgenommen werden können, und deren Gebärmutter
einen viermonatlichen Fötus sammt Eyhäuten, Placenta und Nabelschnur
enthält. Der letzte Saal endlich bewahrt geburtshülfiiche Präparate, wor-
unter sich Fötus nach allen Perioden derZeugung befinden. Der gewöhnliche
Eintritt in diese Säle, wo die Präparate aufgestellt sind, ist nur Gelehr-
ten, Naturforschern, Physikern, Hrzten und Wundärzten erlaubt. All-
gemeinen Einlaß, jedoch mit Ausschluß von Frauenzimmern und Kindern,
gegen von dem jeweiligen Vicedirector zu erhaltende Eintrittskarten ist
von 10 bis 12 Uhr am letzten Donnerstag jedes Monates. Angehenden
Hebammen ist gegen Vorweisung des Zeugnisses ihrer Professoren det
Eintritt gestattet. Das k. k. Garnisonsspital, in welchem sich sämmtliche
Kliniken befinden, ist mit der Akademie in Verbindung, die medic. Klinik
zahlt 15, die chirurg. 19, die Augenklinik 20, und die geburtshülfiichs
16, vorzüglich gut bestellte, mit allem Nöthigen versehene Bettem Der
große helle Operationssaal der chirurg. Klinik wird auch zu Vorlesungen
benutzt.
Medicinisch - chirurgische Zeitung, eine der gediegensten/
werthvollsten und nützlichsten Zeitschriften der Medicin und Chirurgie, von
der jährlich 4 Bde. in 8. erscheinen. Gegründet wurde sie ron Harten«
keil (s. d.) 1790 zu Sa lzburg , welcher sie daselbst durch 13 Jahre
(in den ersten 4 Jahren in Gemeinschaft mit Metzler) unter steigendem
Beyfall herausgab. Nach Hartenkeil's Tode (1808) wurde diese Zeit^
schrift von dem wackern Dr. Ioh . Nep. Ehrhart v. Ehrhartstein>
Gubernialrath und Landes-Protomedicus zu Innsbruck fortgesetzt,
und kommt nun fortwährend zu Innsbruck heraus. Das Werk har
bereits 33 Ergänzungsbände. ' ,
Mcdicinische Jahrbücher des k. k. österr. Staates. Her-
ausgegeben von den Directoren und Professoren des Studiums der Heil-
kunde an der Universität zu Wien. Sie begannen "161!. Nachdem 1821
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie