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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3
Seite - 623 -
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Seite - 623 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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M e d n y ä n s z k y . einer Eisen-Schwefelquelle von 9—10 Grad R6aumur, welches, vereint mit den reizenden Umgebungen M.'s im Sommer viele Gaste aus der Residenz hieher lockt. Höchst interessant ist die Ruine der alten Felsenburg M., woselbst einst eine Seitenlinie des Bab en berg'schen Stammes residirte, und sich Herzoge von M. nannte (s. Ba benberger). In der Folge besasien die mächtigen Grafen von Ci l ly die Veste M. Trotz allen Verheerungen, welche Zeit und Kriegsvorfalle an den Zinnen die- ser ehrwürdigen Burg verübt hatten, zeigte sich dieselbe noch vor 50 Jahren in ziemlich imposanter Gestalt. Seit den letzten Stürmen, wel- che dieses Gebäude 1607 von den ungar. Mißvergnügten erlitt, zerfiel es zwar in Trümmer, allein diese Trümmer zeigten noch hinlänglich die Herrlichkeit des kühnen Baues, an welchem 10 Jahrhunderte fast spurlos vorübergegangen waren. Leider zerstörte der Vandalismu's derBewohner dieser Gegend selbst dieses unschätzbare Denkmahl des Alterthums zum größten Theile. Alle Häuser in der sogenannten Klause wurden im 13. Jahrhundert von dem Mauerwerk der alten Herzogsburg erbaut. So blieb von den machtigen Trümnurn eines Gebäudes, 'an welche sich viele der größten Erinnerungen des Vaterlandes und eines herrlichen Fürsten- stammes knüpfen, dem Osterreich so viel verdankt, nichts mehr übrig, a!s einzelne unzusammenhängende Ruinen der Ringmauer und einige hohe Wände, welche auf die Größe und den einstigen Umfang hindeu- ten und der nahen modernen Antiquitäten in ihrer grandiosen Einfach- heit zu spotten scheinen. Auch diese letzten Reste würden wahrscheinlich bald ganz von der Erde vertilgt worden seyn, hätte nicht eine höhere Verordnung dem Unfuge Einhalt gethan und so wenigstens das gerettet, was von diesen ehrwürdigen Überbleibseln der vaterländischen Heldenzeit noch gerettet werden konnte. Mednyänszky v. Medgyes, AloyS Freyh., k. k. wirkl. Hof- rath und Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften, ist geboren den 20. April 1?84 zu Priekopa in der Thuroczer Oespanschaft Ungarns, aus altadeliger Familie, die schon zu den Zeiten Ludwig's des Gro- ßen und Siegmund's von Luxemburg wichtiqe Kriegsdienste gelei- stet und sich besonders durch ihre stete Anhänglichkeit an die österr. Re- genten ausgezeichnet hatte, wofür das Geschlecht bereits von Kaiser Fer- dinand I. mit einem neuen Wapen und vielen Freyheiten begabt, von LeopoldI. aber in den Freyherrnstand erhoben wurde. M. erhielt seine erste Bildung im Piarissen-Collegium zu Tr en csin, kam sodann 1797 durch Begünstigung des damahligen Finanzministers, Gra- fen von Saurau, in das Theresianum in Wien und zeichnete sich an dieser Akademie, so wie später in der Lehranstalt zu Preß bürg, durch Talente, Fleiß und Verwendung aus. Nach vollendeten Sru- dim erhielt M. eine Stelle bey der ungar. Hofkanzley in Wien. Fa- milienverhältnisse veranlaßten ihn jedoch, diese Anstellung bald wieder aufzugeben und seinen Aufenthalt auf seinen Gütern in der Neutraer Gespanschaft zu nehmen, wo er sich mit vielem Eifer dem wissenschaftli- chen Betriebe der Landwirthschaft widmete. In den Vorbereitungen zum großen Kamvfe 180s) zeigte M. glühenden Patriotismus und diente seit dieser Zeit dem Staate bey jeder Gelegenheit mit stets bewahrter Ui,er-
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Franz Gräffer
Johann Czikann
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
1835
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
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