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schrockenheit und Vaterlandsliebe; es gibt fast kein nationales Unterneh-
men in Ungarn, das sich nicht M.'s eifriger Mitwirkung zu erfreuen
hätte. Beym Reichstag 1825, eines der thatigsten Mitglieder der oberen
Kammer, ward er nach dessen Beendigung zum Ausschuß-Mitgliede er-
nannt, der mit der Durchsicht der neuen, dem nächsten Reichstage vor-
zulegenden Gesetzentwürfe beauftragt war, an welcher wichtigen Stelle
er ebenfalls seinem Vaterlande die ersprießlichsten Dienste leistete. Vor
5 Jahren ward M. aufs Neue in den Staatsdienst als Rath bey der di-
rigirenden Landesstelle in Ofen berufen und 1334 ward ihm bey seinen
vorzüglichen Eigenschaften bereits die Beförderung vom Stgtthalterey-
rathe zum Hofrathe bey der ungar. Hofkanzley in Wien. ^e i t 1810
schon beschäftigt sich M. unermüdet mit literarischen Arbeiten, worin er
ebenfalls sehr Verdienstvolles leistete. Er nahm Antheil an dem patrioti-
schen Tageblatt und dem Hesperus von Andre, welch letztere Zeitschrift
im Verlaufe mehrerer Jahre eine Menge topographischer, statistischer,
naturhistorischer und geschichtlicher Aufsätze von seiner Feder enthalt.
Seine vieljahrige literarische Verbindung mit Hormayr war für die
Geschichte, so wie jene mit dem Grafen Hug o v. Sa lm für Techno-
logie und rationelle Landwirthschaft von den günstigsten Folgen. Seine
Schriften sind: Malerische Reise auf dem Waagftuffe, mit Kupf., Pesth
1826. — Erzählungen, Sagen und Legenden aus Ungarns Vorzeit,
eb. 1829. An der Herausgabe des Hormayr'schen Archives für Ge-
schichte :c. nahm M. seit 1817 thatigen Antheil, so wie er mit demselben
auch von 1820—29 das Taschenbuch für vaterländische Geschichte heraus-
gab. M. besitzt eine der reichhaltigsten vaterländischen Urkundensamm-
Megerlev. Mühlfeld, Ioh . Georg, war den22. Iuny 1730
zu Wien geboren. Nach kaum vollendeten Studien, in denen M. sich
auszeichnete, ernannte ihn Kaiser Franz am 6. May 1802 zumCustos-
gehülfen der Naturalien-Cabinete. Vorzüglich waren es nun Entomo-
logie, Mineralogie und Botanik, denen er seine volle glühende Thätig-
keit weihte. Nur allzuschnell mußte er jedoch diese Bahn verlassen,
da er schon 1806 zum k. k. Hoftaxamtsofficier ernannt wurde. Deft
Werth seiner naturhistorischen Schriften haben verschiedene kritische Blät-
ter gewürdigt, noch mehr aber spricht für deren Vorzug der Umstand,
daß die meisten vaterländischen gelehrten Vereine ihn in ihre Mitte auf-
nahmen. Eine neue Bahn öffnete sich M. 1810, als Hofconcipist der
k. k. allgemeinen Hofkammer, wozu er in Rücksicht seiner juridischen
Geschäftsbildung, seiner vielseitigen Talente und seiner rastlosen Thätig-
keit befördert wurde. Noch mehr Impuls erhielt sein schriftstellerisches
Leben durch seine 1816 erfolgte Ernennung zum Archivsdirector dt7
k. k. allgem. Hofkammer. Die Zweckmasugieit seiner Anordnungen/
und die gelungene Ausführung derselben, erwarben ihm nicht nur die
Anerkennung seiner Hofstelle, das Archiv auf eine höhere Stufe der
Vervollkommnung gebracht zu haben, sondern es ward ihm auch zur
Belohnung der hiedurch erworbenenVerdienste sein systemmäßiger Gehalt
um ein Bedeutendes erhöht. Kaum war es ihm in Folge dieser Umstal-
tung möglich geworden aus der lang verborgenen reichen Quelle zu schö-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie