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pfen, so unternahm er es, aufgemuntert durch die erhaltenen Auszeich-
nungen, vor Allem, einigen an ihn ergangenen Anforderungen zu ent-
sprechen. Unter dem in Folge derselben gelieferten größeren Ausarbeitun-
gen verdienen hier, vorzüglich wegen ihres allgemeinen Interesses: Eine
vollständige Geschichte des Steinkohlenbaues in der ganzen österr. Mo-
narchie; eine Zusammenstellung der Finanzgesetze; eine auf Anforde-
rung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten gelieferte Aus-
arbeitung in Berreff der ReichsMömermonathe, endlich einer vollständi-
gen Geschichte des Schlosses Ambras und der Herrschaft Or th er-
wähnt zu nserden. In gerechter Würdigung der erworbenen vielseitigen
Verdienste, und zur ferneren Aufmunterung war ihm schon 1818 der
k. k. Rathstitel taxfrey verliehen worden. Vaterlandsliebe und Wohl-
thätigkeitssinn waren Charakterzüge M.'s. So erweckte der schreckliche
Brand der konigl. böhm. freyen Bergstadt Kut tenberg am 9. May
1823, seine Theilnahme in so hohem Grade, daß er sich entschloß, die
in historischer und statistischer Hinsicht gleich wichtige und ausgezeichnete
Geschichte dieser Bergstadt zu entwerfen, und den ganzen bedeutenden
Ertrag dieser Schrift den durch den Brand Verunglückten zu widmen.
Der einfache Nahme eines Bürgers von Kut tenberg galt ihm für
die schönste Anerkennung seines uneigennützigen Strebens. Auf gleiche
Weise hatte er den Ertrag zweyer anderer Schriften, als der „Erinne-
rungstafel an die vorzüglichsten unter der Regierung Fr anz I. in das
Leben getretenen gemeinnützigen Institute mit 4 Auflagen in einer Ge-
sammtzahl von 9/245 Exemplaren, dann der „Erinnerungsblätter an
alle unter der Regierung Franz I. zur Wohlfahrt seiner deutschen
Staaten erftossenen allerhöchsten Entschließungen" ebenfalls mit zwey
bedeutenden Auflagen, dem Besten der Blinden des österr. Kaiserstaates
gewidmet; denn die gänzliche Hülflosigkeit dieser Armen, die der ewi-
gen Nacht überlassen bleiben, erregte sein tiefstes Mitleid, und dem
Dränge seines Herzens folgend, strebte er durch seine literarische Thätig-
keit den schönen Zweck der Anstalten, die dichte Finsterniß mit dem
Lichte des Geistes zu erhellen, — nach Kräften zu fördern. Er war
auch so glücklich durch die Herausgabe dieser Werke, jenen Instituten
einen Betrag von 15,000 Gulden C. M. zuzuwenden. Ja sein Eifer
ging so weit, daß er sich bey allen seinen bedeutenden Berufsarbeiten
nach dem Austritte des Freyherrn von Hormayr entschloß, das von
diesem, wie es allgemein bekannt, nur mit vielen Opfern erhaltene
„Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst" fortzusetzen,
und mit dem fürstl. Schwa rzen b e rg'schen Rathe und Bibliothekar
Emerich Thom. Hohler die Redaction desselben zu übernehmen,
welche er auch 1829—30 besorgte. M. starb plötzlich als eines der ersten
Opfer der in Wien ausgebrochenen Cholera am 15. Sept. 1831. Seine
vorzüglicheren schriftstellerischen Leistungen mit Ubergehung einiger belle-
tristischer Versuche, die theils als Gelegenheitsgedichte bey speciellen An-
lässen erschienen, theils in Rosen feld's poetischen Versuchen, Wien
1301 enthalten sind, dann einer bedeutenden Zahl von Aufsätzen in
mehreren Zeitschriften, vorzüglich im Hesperus, den ökonomischen Neuig-
0csterr.Nat.Encyll.Dd.Ill.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie