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MeinhardIV., Grafv. Tyrol. —Meißner, A l lg .Gonl .
Meinhard IV. , Graf von Tyrol, Herzog von Körnchen und
Krain, geboren um 1250, gelangte.. 1236 durch Rudolph von
Habsburg zu dem Besitze der von Osterreich getrennten Herzogthü-
mer Kärnthen und Krain. Nach seinem Tode kam sein Sohn und Nach.
folgerH e in rich, doch nur vorübergehend, zu dem Besitze von Böhmen.
Seine Tochter Elisabeth vermählte sich mit dem römischen Kaiser
Albrecht I.
Meinhard V., Sohn Margarethens, genannt die Maul -
tasche, Orasinn von Tyrol uno Ludwig's, Herzogs von Nieder-
bayern, ihres zweyten Gemahles, geboren um 1330, kam jedoch nicht
zur Negierung, da er noch bey Leben seiner Mutter 1363 starb. Erwar
vermahlt mit Margaretha von Österreich, Schwester des Herzogs
Rudolph IV. , welchem Margaretha Maultasch hierauf als
ihrem nächsten Agnaten die Grafschaft Tyrol abtrat.
Meis l , Car l , k. k. Rechnungsrath bey der Hofkriegsbuchhal-
tung in Wien , ist geboren zu Laibach den 30. Iuny 1775. Seine
Studien begann er daselbst, und vollendete sie an der Universität
zu Wien ; er widmete sich dann der öffentlichen Geschäftslaufbahn,
wurde Mnine-Kriegscommiffar, und erhielt weiterhin die obengenannte
Anstellung, die er mit Umsicht bekleidet. Schon frühzeitig verlegte er
sich auf Schriftstellerey, und lieferte verschiedene Aufsatze belletrist schen
Inhalts, wie aucy Gedichte in Mehrere Zeitschriften und Taschenbücher.
Das meiire Verdienst aber hat er als populär dramatischer Schriftsteller,
besonders im Fache der Parodie, und er bildete vor längerer Zeit mit
Bauerle und Gleich (s. d.) die Stütze des Volkslheaters in Wien.
Mehrere seiner Producte erhielten durch glücklich erfundene Situationen
und leichten Witz, trotz ihrer schnellen Hervorbriligung allgemeinen Bey«
fall, und einige derselben werden noch heute mit Vergnügen gesehen.
Die gelungensten seiner Theaterstücke mögen wohl folgende seyn: Das
Gespenst auf der Bastey. -^ Die Fee aus Frankreich. —Iuler l . —^
Der Kirchtag in Petersdorf. — Cabale und Liebe. — Moisassura's He-
renfpruch. — Der lustige Fritz. — Die Damenhüte im Theater u. a.
Seine sonstigen prosaischen und poetischen Erzeugnisse, besonders ernste-
rer Natur, erheben sich nicht über die Mittelmäßigkeit. Viele seiner
theatralischen Arbeiten sind gesammelt, unter dem Titel: Theatralisches
Quodlibet, 4 Bde. Wien 1324—25.
Meijsau, niederösterr. Stadt im V. U.M. B. mit einem alten
Schlosse, 113 Häus. und 700 Einwohnern am Fuße des Mannharts-
berges. Die Einwohner beschäftigen sich zum Theile mit Safranbau.
Vor Zeiten scheint M. viel bedeutender gewesen zu seyn, vom 13. bis
zum 16. Jahrhundert schrieb sich eines der ansehnlichsten adeligen Ge-
schlechter in österreich davon. Gegenwärtig ist die Stadt der Hauptort
einer g'äss. Abensperq-Traun'schen Majoratsherrschaft.
Meißner, Aug. Gottl ieb, geb. zu Bautzen in der Lausitz den 4.
Nov. 1753, verlor seinen Vater, der dort zuerst Regimentsquartiermei-
ster, dann Senator war, in früher Jugend, und zog mit seiner Mut-
ter nach Lobau, wo er den trefflichen Unterricht des Rectors Heinitz
genoß. Zu seiner fernern Ausbildung wirkren in Leipzig Platner
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie