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632 Meißner, Paul Iraugott.
und Böhme, so wie darauf der Umgang mit Engel. Neigung fürs
Theater, theils aber auch der Wunsch, ein Mittel zu seinem Unterhalt
zu erhalten, vermochten ihn mit der Seiler'schen Schauspieler-Gesell-
schaft in Verbindung zu treten. Er schrieb für dieselbe mehrere Operet-
ten , von denen sich das Grab des Mufti, der Alchymist und Arsene
lange vielen Beyfalles erfreuten. Im Staatsdienste erhielt er die Stelle
eines geheim. Archivregistrators in Dresden. Eine Reise nach Böh-
men hatte für ihn 1735 einen Ruf als Professor der Ästhetik und classi-
schen Literatur auf der Universität Prag zur Folge, wo er bis 1305
wirkre, in welchem Jahre er als fürstlich N a ssa u'scher Consistorialrath
und Director der Lehranstalten zu Fulda einen größern Wirkungskreis
erhielt. Eine Zeitlang war er in buchhändlerischer Verbindung mit I. F.
v. Schön feld in Prag. Er starb in Fulda den 24. Febr. 1807.
In seinen Schriften herrscht Anmuth, Lebhaftigkeit, Witz und Rein-
heit der Sprache. Die vorzüglichsten davon sind: Geschichte Englands
nach Hume, 2 Thle. Leipzig 1777—30.— Operetten, eb. 1773.—
Skizzen, 14 Sammlungen, eb. 1778—96. —Johann von Schwa-
ben, ein Schauspiel, eb. 1780. — Masaniello, eb. 1784. — Alci-
biadeS, 4 Thle. eb. 1785 — 88. — Erzählungen und Dialoge, eb.
1790.— Spartakus, Berlin 1792.— Capua's Abfall und Strafe,
Leidig 1793. — Historisch-romantische Darstellungen aus Böhmen,
mit 114 Kupf., Prag 1793. —Bianca Capello , 2 Thle. Leipzig
1793. -° Epaminondas, 2 Bde. Prag 1793—1301. — Biographie
des Julius Cäsar, 2 Bde. Berlin 1799. — Clara von Alben, Prag
1800. — Bruchstücke zu I. G. Naumann's Biographie, eb. 1803.—
Der unsichtbare Kundschafter, nach dem Englischen, 2 Thle. Berlin
1312. — Fabeln, 1. Theil mit 100 Holzschnitten, eb. 1817. Auch
war er mit dem BibliothekarCa nzler, Herausgeber einer interessanten
Quartalschrift für ältere Literatur und neuere Lecture, so wie in Prag
einer Monathsschrift, Apollo, die viele schlummernde Kräfte weckte.
M.'s Schriften von Kuffn er gesammelt und redigirt erschienen unter
dem Titel: M.'s sämmtliche Werkein 36 Bden., Wien 1813—14.
Meißner, Paul Traugott, Magister der Pharmacie und or-
dentlicher Professor der technischen Chemie am k. k. polytechnischen In-
stitute in Wien, Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, geboren
zu Medias in Siebenbürgen am 23. März 1776, rühmlich bekannt
durch seine wichtige Erfindung einer vollkommeneren Art von Heizung mit
erwärmter Luft, welche bereits in den meisten öffentlichen und vielen
Privatgebauden der Stadt Wien und andern Orten des österr. Kaissr-
staares und des Auslandes mit vielem Vortheil eingeführt ist. (S. Luft-
heizung.) M. erhielt 1835 in Rücksicht seiner vieljährigen ausgezeich-
neten Verwendung eine Gehaltszulage von jährlichen 500 Guld. C. M.,
und ist als Schriftsteller durch folgende Werke hochgeschätzt: Vorschlage
zu einigen neuen Verbesserungen pharmaceutischer Operationen, Wien
1314. »^ Aerometrie und ihre Anwendung auf Chemie und Technik,
eb. 1816. -,- Handbuch der allgemeinen und technischen Chemie, 5 Bde.
in 10 Abtheilungen, eb. 1819—33. — Die Heizung mit erwärmter
Luft, systematisch bearbeitet, 3. Auflage, eb. 1826. — System der
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie