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Meninsk i . — Meran. 627
lerey, Zürch 1762. M.'s vorzüglichster Schüler war sein Schwieger-
sohn, der rühmlich bekannte Maler Antonio de Maron.
Meninsklv. Mesgnien, Franz, Ritter von Jerusalem, erster
kaiserl. Dolmetsch der orientalischen Sprachen zu Wien, war 1623 in
Lothringen geboren, und starb 1693. Seine ausgebreitete Gelehrsamkeit
in den Sprachen des Orients hat ihn mit Recht berühmt gemacht. Er
studirte zu Rom unter Gia t t ino, und begleitete 1660 aus Neigung
den polnischen Gesandten nach Constantinopel. Hier erwarb er sich
eine so vollkommene Kenntniß der türk. Sprache, daß ihm der Platz
eines ersten Dolmetsch bey der polnischen Gesandtschaft in Constan-
tinopel anvertraut wurde. Das Zutrauen, welches er sich in diesem
Amte erwarb, machte, daß er bis zum Gesandten stieg. Er erhielt das
poln. Indigenat, und verwandelte jetzt seinen Familiennahmen Men in
inMeninski. 1661 begab er sich nach Wien, und trat als Dolmetsch
in kais. Dienste. 1669 machte er die Reise nach Jerusalem, um das
heil. Grab zu besuchen, und trat in den Orden der Ritter dieses Namens.
M. hatte sich um das Studium der arabischen, persischen und türkischen
Sprache durch seinen Thesaurus linguarum orientaiium, sive Lexicon
porsico-arabico-turcicum die größten Verdienste erworben. Dieses
Werk erschien 1680—90 zu Wien in 5 Foliobänden, deren 4. die
Grammatik, und deren letzter das Onomasticon einnimmt. Gewöhnlich
kommen nur die 3 ersten Bde. vor, die 2 lelztern sind selten. Die Gram-
matik erschien neu von K oll ar. 2 Bde.'Wien 1756. Ienisch (s. d.)
bearbeitete eine neue Auflage des ganzen Werkes.
Mensi, Franz, Weltpriester, ein sehr geschickter Violinist und
Compositeur, ward zu Bistra in Böhmen am 27. März 1753 geboren.
Er kam mit seinen Ältern nach Prag, wo er bey den Jesuiten die Hu-
maniora, Philosophie und 1776 Theologie auf der Universität zurück-
legte. Noch in diesem Jahre ging er als Caplan nach Smetschna, wo
er in dieser Eigenschaft 11 Jahre zubrachte, bis er eine Local-Seelsorgers-
stelle, und dann eine Pfarre erhielt. Er lieferte Ossertorien, Gradualien,
Messen, Symphonien, Quartetten:c. Einige seinerWerkebesitzt das Scift
Strahower Kirchenchor in Prag, sie werden noch immer mit Beyfall
aufgeführt.
Meran, altes tyrol. Städtchen, an der Einmündung des Passeyer-
baches in die Etsch, im Botzener Kreise, die ehemahlige Hauptstadt des
Herzogthums gleichen Nahmens, mit2,200Einwohnern, 2 Klöstern, einem .
Gymnasium, einer Hauptschule und einem englischen Fväuleinstift mit
Mädchenschule. Die Stadt und das benachbarte Dorf Mays sind auf
dem Terrain des altrömischen Hlajo erbaut, welches um 800 durch den
furchtbaren Naiser-Bergsturz, und den Waldstrom Passer verschüttet
und verheert wurde. Gewaltige Gewölbe in Äckern und Weingarten ent-
deckt, reiche Ausbeute an Münzen, Bronzen :c. zeugen von diesem tyrol.
Pompeji. — Die Häuser m M. haben meistens Arcaden, die Pfarr-
und Spitalkirche sind ehrwürdige Denkmähler des Mittelaltcrs. In geringer
Entfernung gegen Osten liegt das alte Schloß Tyrol (s. d.). Hier wachst
auch vortrefflicher Wein, wovon der Hochhütter die beste Sorte ist, und
das schönste Obst in Tyrol.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie