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Mcssing. Erzeugung und Handel. 689
von ZgnazNösler von Ehren stahl gegründeteStahlwaarenfabrik
zuN ix dorf auf der Herrschaft Hainspach im Leitmeriber Kreise.—
Ungarn undSiebenbürgen haben nur einzelne Messerschmiede, wel-
che meist ordinäre und mittelfeine Messer in Scheiden, Gartenmesser
u. dgl. verfertigen. Eine besondere Erwähnung verdienen nur die soge-
nannten Legrader Taschenmesser, welche zu Legrad gemacht werden,
und die Arbeiten der siebenbürgischen Messerschmiede zu Alv inz und
Bistritz, welche nach Ungarn viel Abgang haben. — Die Fabrikation
der Messer und Scheren wird im ö'sterr. Staate, vorzüglich im Traun,
kreise und in Osterreich unter der Enns betrieben. — Im Traun kreise
werden nicht weniger als 300 Messerschmiede und 20 Scherenschmiede
gezählt. Vor allen Städten zeichnet sich Steyer in diesem Industrie-
zweige aus, indem cs über 50 Messerschmiede zählt. Zu den feineren
Schneidewaaren, besonders zu Rasir- und Federmessern wird meistens
Egger'scher Gußstahl aus Kärnthen verarbeitet. Rasirmesser werden in
Steyer in großer Menge und zu unglaublich niedrigen Preisen gemacht.
Zahlreich sind auch die Zünfte der Messerschmiede zu Steinbach und
Trattenbach. In der Gegend von Waidhofen an der Ips wer-
den verschiedene Schneidewaaren verfertigt; z. B. in Ipsitz Schafsche-
ren in großer Menge! und lobenswerther Güte von 3 Meistern. Meh,
rere Messerschmiede in Carlsbad verfertigen feine und gute Messer-
waaren. Pesth lieferte durch einige Zeit sehr vorzügliche Rasirmesser.
Tuchscheren werden von Wagner in Preßburg , zu B lansko,
zu Brescia, auf den gräfi, Egger'schen Werken in Kärnthen :c.
gemacht. Der Handel mit Messer, Scheren u. a. Schneidewaaren ist so«
wohl im Innern der Monarchie, als nach dem Auslande von großer
Erheblichkeit, besonders für Osterreich ob und unter der Enns und für
Böhmen. Den größten Handel mit Schneidewaaren dürfte die oberö'sterr.
Stadt Steyer (s. d.) treiben. Die Rasir- und Schermesser von dort
gehen fast ausschließend in die Levante, und zwar vornehmlich nach
Constantinovel, Smyrna , Aleppo :c., zum Theil werden sie
von den griechischen Handelshäusern in Wien und Triest übernom-
men. Die sogenannten Taschenfeidel aus Steyer gehen in großer
Menge nach Galizien, Schlesien :c.
Messing-tLrzeugung und Handel, Die Fabrikation des ge,
schlagenen Messing-und Tombakbleches wurde bereits unter der Regie«
rung der Kaiserinn Mar ia Theresia betrieben, und die ersten ge-
walzten Bleche, jedoch nur bis 5 Zoll Breite, hatte Mat thäus
Rosthorn 1791 erzeugt. In der neuern Zeit ist aber dieser Fabrika-
tionszweig in den österr. Staaten auf eine ziemlich hohe Stufe gebracht
worden, besonders in Osterreich unter der Enns, in Steyermark und
in Tyrol. In ersterem Lande zeichnet sich die Fabrik der Gebrüder
Nosthorn in der O d, welche beynahe alle Gattungen von gehämmer,
ten und gewalzten Messingblechen nach gewöhnlicher und Tyroler Art er-
zeugt, und mit besonders nützlichen Maschinen zum Abdrehen und Schlei-
fen der Walzen versehen ist, höchst vortheilhaft aus. Diese Fabrik ist
eine der größten und sehenswürdigsten in der Monarchie, sowohl in
Rücksicht der Fabrikate, als der vielen Maschinen, welche hier zur Be-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie