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65A Methudius, Sct. — Mctternich, die Fürsten.
auch gleich nicht alle ohne unterschied der Strenge der Kritik entgehen,
doch immer von dem großen Talente des Autors zeugen. M. war ver«
träglich, bescheiden, vermied sorgfältig jeden Streit, und dachte hell.
Einheimische und Fremde schätzten ihn; Personen von jedem Range hat-
ten Achtung für ihn. Seine Großmuth ging so weit, daß er schon in
jüngeren Jahren eine rechtmäßige Erbschaft von 100,000 Thalern zu-
rückgab, um die Verwandten des Verstorbenen nicht zu kränken. Er
führte das regelmäßigste Leben; dieses und feine echtchristliche Resignation
erhielten ihn beständig bey frohem Muthe, und machten ihn zu einem
aufgeweckten Gesellschafter. Mit der Ruhe eines Weisen starb M. zu
Wien den 12.April 1782. Seine sämmtlichen Opern sind: Artaserse.
— Adriano in 8iria. — Demetrio. — Olimpiade. — Issipile. —-
— Didone aovandonata. —La Clemenxa di I'ito. — 8i-
sog. — Catone in Iltica. — Demolonte.— Alessandro.—Achill«
in 8ciro. — Ciro riconosciuto. — I'emistocle. — Zenobia. —
Ipermnestra. — semiramide. — II R^ Pastors. — L'Eroe Ci-
nese. — Attilio Regolo. — Nitteti. — L'Angelica. — Alcide al
Livio. — II ^lrionlo di Clelia. — Romolo ed Ersilia. — II Ru-
Aiero. — 8i5ace. — Die schönste sehr geschätzte, schon selten gewordene
Gesammtausgabe von M.'s Werken ist die 1780—32 zu Paris in
12 Bdn. mit 38Kupf. erschienene. Sonst gibt es noch zahlreiche Auflagen,
von welchen, was Correctheit und Schönheit betrifft, die Mantuaner
1816—20, in 20 Theilen mit 60 Kupfern vorgezogen zu werden ver-
dient. M.'s nachgelassene Schriften, seine Eorrespondenz enthaltend,
gab OrafAyala 1795 zu Wien in 3 Bdn. heraus.
Methudius, Sct., mit seinem Bruder Sct. Cyri l lus im
9. Jahrhundert Bekehrer der Slaven und insbesondere der Mährer,
welche beyde als Landespatrone verehren (s. Festtage :c.), aus edler
Familie zu Thessalon ich in Griechenland entsprossen. Sie kamen
unter dem slavischen König der Mährer, Natislaw, auf dessen Ruf
von dem griechischen Kaiser Michael gesendet, nach Mähren, rotte-
ten den Götzendienst ganz aus und führten das Christenthum ein.
Als Cyrillus 371 nach Rom ging, folgte M. ihm in das durch
sein Wirken gegründete Bisthum zu Wellehrad. M. war auch zwey
Mahl in Böhmen, bekehrte den böhmischen Herzog Borziwoy, ging
dann nach Rom und starb dort 914.
Metternich, die Fürsten. Stammvater dieses alten rheinischen
Dynastengeschlechtes soll ein treuer Diener Kaiser Heinrich's I I . ge-
wesen seyn, der hoch in dessen Gunst stand und Metter hieß. Da
nun Jemand aus Neid Metter's Handschrift zu hochverräterischem
Zwecke nachahmte und dem Kaiser vorzeigte, soll dieser gesprochen ha-
ben: „Nein, solche That hat Metter nicht gethan;" daher soll der
Nahme kommen. In der Folge war ein Lothar v. M. 1599 Chur-
fürst von Trier, Lothar Friedr. v. M.-Burscheid 1673 und
CarlHeinr. v. M.-Winneburg 1679 Churfürst zu Mainz. Von
den mehreren Linien, in welche das Geschlecht zersiel, lst bloß die Jün-
gere zuWinneburg undBeilstein übrig geblieben, welche seit 1797
die reichsgräfliche Würde und Sitz und Stimme im westphälischen Gra-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie