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Mezö-Rövesd. —Mier , die Grafen. 663
gewöhnlich sind jedoch in Allem 3/500 Pferde, aber von ausgezeichneter
Schönheit, vorbanden. Jährlich werden die besten Beschäler in andere
Provinzen abgegeben. Auch 600 Zugochsen werden außer den Pferden
gehalten. Die Zahl des bey diesem Gestüte angestellten Personales belauft
sich ungefähr auf 500. Der ganze ebene Raum dieser Besitzung, womit
noch 3 andere Puszten zusammenhangen, umfaßt 27,500 österr. Joche.
Der Ort M. hat viele und schöne Gebäude, so wie auch große Gärten,
die von den angestellten Offizieren sehr gut unterhalten, und mit vielen
Obstarten und Blumen besetzt sind. Vergl. Gestüte, militärische.
Mezö-Rövesd, ungar. Kronmarkt in der Borsoder Gespanschaft,
mit 6,570 Einwohnern, einer karhol. Hauptschule und Pfarre. Unweit von
hier ist das Grabmahl des türkischen Veziers Ba bily.
Miava (Mijawa), ungar. großer Marktflecken im Neutraer Co-
mitate, am Flusse gleiches Nahmens, mit 8,650 meistens luther. Einw.,
»iner kathol. und einer der vorzüglichsten luther. Pfarren. Hier wird
uel Hanf- und Leinbau, Branntweinbrennerey, Tuch- und Beuteltuch-
lieberey betrieben.
Michaeler, Carl Jos., Cusios an der Wiener Universitats-Bi-
bl'othek, war geboren zu Innsbruck den 6. Dec. 1735. Nach vollen-
delen Humanitatsstudien trat M. in den Jesuiten-Orden zu Neu-
burg an der Donau. Nach zurückgelegten theolog. Studien widmete
er sich durch 6 Jahre dem Lehramte. Als fein Orden aufgehoben wurde,
erhielt M. eine Professors stelle am Gymnasium zu Hal l , als dieses
jedcch in der Folge aufgehoben wurde, erhielt er eine gleiche Anstellung
beyn Innsbrucker Gymnasium; 1790 wurde er Custos an der Wiener
Universitäts-Bibliothek, und starb zu Wien den 22. Jänner 1303.
Im Drucke hatte er herausgegeben: Zagmanae Cunicnii et Naxolani
Romanorurn Elegia, praelixa est disseN. de stvio C2tulliano etc.
Augsburg 1776. — 'I'abulae parallelae antiquis 'I'eutonicae linguae
dialectorum etc. Innsbr. 1776. — Deoriginelinguaeetc. Wien 1780.
— De mecllHnisrno pnvs. miracutorum, eb> 1734. — d^IlecNo poe-
tarum ele^iacor. etc., 4 Thle. eb. 1734—89. — Versuch über die erste Ge-
sialtundBevölkerungTyrols, I.Thl., eb. 1733. — Geschichte in der Fabel,
2Thle.eb. 1783. —Abhandlung überdie phönic. Mysterien, eb. 1796. —
Über das Geburts- und Sterbejahr Jesu Christi,, 2 Thle. eb. 1796. —
Das Neueste über die geograph. Lage des Paradieses. 4 Thle. eb. 1796—97.
Mier, die Grafen. Die Familie der Grafen v. M. entspringt in
grader Linie aus dem altadeligen schottischen Geschlecht Mier, Varoiz
c>f park »nd^ Rovvaltan. — Wilhelm, der Großvater der jetzigen
Grafen v. M., hat sich zuerst in Polen niedergelassen, u.nd dort Catha-
rina v. Iezowa Oeschh awgeheyrathet. Er war Feld marschall-Lieute-
nant in polnischen Diensten, und hat ein Garde-Regiment, welches
seinen Nahmen führte, unter August l l l . Künig von Polen, Chur-
fürsten von Sachsen, dort errichtet. Seine beyden Söhne, Joseph und
Johann, von denen der ältere, Joseph, durch die Kaiserinn Maria
Theresia zum geheimen Rath ernannt wurde, der jüngere, Johann,
aber Generalmajor in polnischen Diensten war, wurden 1777 mit ihrem
gnzen Geschlecht durch die Kaiserinn M a r i a T h e r e s i a in den
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie