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Mignochi. — Mikan, Ioh. Gottfr. 665
gen und zu verehren. M. stand seiner Diöcese durch beynahe ein halbes
Jahrhundert vor. Er begleitete die irdischen Überreste Franz 1./ seiner
erhabenen Wohlthäterinn Mar i a Theresia, Joseph I I . und
Leopold I I . zu Grabe, denen er selbst den 27. April 1303 im 39. Jahre
nachfolgte.
Mignochi, Giov., Maler, war um 1660 zu Tr ient geboren,
erhielt von dem berühmten Pozzo Unterricht, den er in Rücksicht der
Carnation noch überrraf. Doch verleitete ihn seine überspannte Phantasie
immer zu Darstellungen gigantischer Formen. Er malte viel in Fresco,
da ihm aber eine Malerey in der Iesuitenkirche zu Tr ient mißglückte,
verfiel er in solche Melancholie, daß er sich bey Gelegenheit einer Reise
nach Venedig in die Brenta stürzte/ und ertrank. Von seinen Arbeiten
sieht man noch eine Darstellung des Lebens und der Wunderthaten bes
heil. Anton von Padua in der Franciscanerkirche zu Tr ien t , so wie
mehrere in Fresco gemalte Zimmer in der Residenz des Fürst-Bischofs
daselbst.
M ika , I oh . Mar ian, aus dem Prämonstratenser-Orden, der
Philosophie und Theologie Doctor, Erzpriester, Dechant und Pfarrer
bey St . Jacob in I g l a u , Brünner Consistorialrath und Districts-
Schulenaufseher, vordem Professor der Pastoraltheologie in deutscher
Sprache, und der vracrischen Homiletik an der Universität zu Prag,
Examinator der Candidaten zu Curatbenesicien in der Prager Erzdiöcese,
Prodirector und Proprases der Prager theolog. Facultat. Zu Prag am
9. Febr. 1754 geboren, trat er nach Vollendung seinerVorbereitungsstudien
1776 daselbst in den Prämonstratenser-Orden im Stifte S t rahow, und
ward 1779 zum Priester geweiht. 1731 vertheidigte er im, Norbertini-
schen Collegium Sätze aus dem Kirchenrechte, und wurde darauf an der
Universität zum Baccalaureus der Theologie ernannt. Er versah von
1732 bis 1736 die Seelsorge zu I g l a u , und wurde in diesem Jahre
als Professor der deutschen Pastoraltheologie nach Prag berufen, gelangte
im nähmlichen Jahre zur Doctorwürde, nahm in der Folge auch den
philosophischen Doctorgrad an, und erhielt 1804 die Pfarre in I g l a u , wo
er am 3.Warz 1816 starb. 1805 wurde ihm vomKaiser Franz wegen
seiner besondern Vorzüge die große goldene Medaille sammt Kette ver-
liehen. Er schrieb unter Andern: Die französische Revolution in ihren
moralischen Quellen betrachtet. Prag 1797. — Anweisung zur körper-
lichen Beredsamkeit, eb. 1802.
M ikan , I oh . Got t f r . , Dr. der Philosophie und Medicin,
k. k. Sanitatsrath, Professor der Chemie und Botanik an der Universi-
tät zu Prag, war zu Böhmisch-Leippa am 3. Sept. 1743 geboren.
Die Humanioren studirte er theils zu Dres den, theils zu Prag , der
Heilkunde widmete ersich an der Universität zu Wien. Ein eifriger Schü-
ler Ja cquin's inChemie und Botanik, an welchen Wissenschaften er das
meiste Gefallen fand, ward er,nacbdem er die Doctorwürde der Heilkunde
erlangt hatte, von dem Fürsten C l a r y zum Vorst^er des Bades zu
Teplitz ernannt, und leistete vielen Kranken und Leidenden Hülfe. Auf
M.'s Verwendung, der sich mittlerweile nach Prag begeben hatte, gestat-
tete Mar ia Theresia 1775 die Anlegung eines botanischen Gartens
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe I-M, Band 3
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe I-M
- Band
- 3
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 768
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie