Seite - 743 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3

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m u s i k. v e r e i n e. 743 Musik-Vereine. Nach dem Muster der bereits seit längeren Zei- ten in Italien bestehenden philharmonischen Gesellschaften bildeten sich auch im österr. Kaiserstaate/ vorzugsweise unter der Regierung Kaisers Franz I. mehrere M.-V. und zwar: In Österreich. Die Gesell- schaft der Musikfreunde in Wien (s. d.) entstand 1813. Ihre Leistun- gen im Laufe des verflossenen Herbstes und Winters/ 1334—35, waren so mannigfaltig und ausgezeichnet/ daß eine Aufzählung derselben nicht ohne Interesse seyn dürfte. —Das am 6. und 9. Nov. 1834 in derk. k. Winter-Reitschule gegebene große Musikftst, wobey Händel's Ora- torium: Belsazer , durch 840 Tonkünstler und Musikfreunde mit Vollendung aufgeführt wurde/ machte eine colossale Wirkung/ und be- wahrte die große Empfänglichkeit für classische Musik auf eine glätt- zende Weise. — Einen ausgezeichneten Genuß veranlaßte die am 8. Dec. 1334 abgehaltene/ und bald darauf wiederholte Akademie zum Andenken Go eth e's undB eethoven's/wobey mehrere/ zum Theile hier noch wenig bekannte Meisterwerke dieser beyden Kunstheroen/ mit seltener Vollendung producirt wurden. Besonders erregten die Musik- stücke zum Trauerspiele Egmont/ in Verbindung mit der Declamation eines erklärenden Gedichtes von Mosengei l und Gr i l lparzer einen hohen Enthusiasmus. — Die Schüler des Conservatoriums hatten in den 6 Zöglings - Concerten / welche am 21. Dec. 1334; 6. und 18. Jan., 1 . , 15. und 22. Febr. 1835 zur Gründung von Stipen- dien für talentvolle/ steißige und wohlgesittete Zöglinge gegeben wur- den / Gelegenheit zu beweisen/ daß diese Anstalt in voller Blüthe ste- he, und den Vergleich mit ähnlichen Instituten des I n - und Auslan- des in keiner Hinsicht zu scheuen habe. Der wohlthätigeZweck dieses Un- ternehmens wurde auch in diesem Jahre wesentlich gefördert. — Die für die Gesellschaftsmitglieder wöchentlich veranstalteten Abendunter- haltungen / dieß Mahl 14 an der Zahl/ bothen eine Auswahl der interessantesten Kammermusik dar/ und manches aufkeimende Talent wur- de in diesem gewählten Kreise zu höherem Streben aufgemuntert. Die Violin - Quartetten/ vom Professor Böhm mit ausgezeichneter Beglei- tung vorgetragen, waren auch dieß Mahl die Hauptzierde dieser Abende. — Die statutenmäßigen 4 Gesellschafts-Concerte fanden am 30. Nov. und 14. Dec. 1834, dann am 26. April und- 3. May 1835 im k. k. großen Redoutensaale Statt, und erregten durch die gediegene Wahl, so wie durch die sehr gelungene Aufführung die allgemeine Theil- nahme.— Der große Ball , welchen die Gesellschaft jährlich für ihre Mitglieder und die von solchen nahmentlich vorgeschlagenen Personen, in den k. k. Redoutensälen veranstaltet, gehört jederzeit zu den glän- zendsten Festen dieser Art. Dieß Mahl wurde derselbe am 10. Febr. 1835 abgehalten, und der Erfolg rechtfertigte in jeder Beziehung den Ruf dieser Unternehmung. Derhöchstbetmbende Hmtritt des Erzherzogs An- ton V i c to r , welcher das Protectorat der Gesellschaft bekleidete, ver- anlaßte eine kirchliche Todtenfeyer, welche am 10. April 1835 in der Augustiner-Hof-Pfarrkirche Stattfand, und wobey durch ein aus Oe- sellschaftsmitgliedern und Zöglingen des Conservatoriums gebildetes sehr zahlreiches Orchester, Cherubini's Requiem aufgeführt wurde. Tie
Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe I-M, Band 3
Titel
Österreichische National-Enzyklopädie
Untertitel
Buchstabe I-M
Band
3
Autoren
Verlag
H. Strauß
Ort
Wien
Datum
Sprache
deutsch
Abmessungen
13.3 x 22.0 cm
Seiten
768
Schlagwörter
Nachschlagewerk, Biografien
Kategorien
Lexika National-Enzyklopädie
Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe I-M, Band 3