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S e d l a c z e k , I os . A d a l b . . 639
Pi lsen, bald darauf auch die der griechischen Sprache, darauf die der
lateinischen Philologie, und seit dem Jahre 1817 auch den außerordent-
lichen Unterricht in der böhm. Sprache; 181t) wurde er zum Doctor
der Philosophie promovirt. Schon seit 1816 begann S. die literarische
Laufbahn in der böhm. Sprache. Eeildem kamen vcn ihm in die«
ser Sprache zu Pilsen heraus: Denknürdigkeiten der Stadt Pilsen,
1821. — Eine Geometrie 1322, die erste dieser Art in böhm. Spra-
che, und mehrere Fcstpredigten, geistliche Cantaten für Akademien
zum Besten wohlthätiger Institute, Prologe, Epiloge böhmisch und
deutsch, und böhm. Gelegenheitsgedichte in großer Anzahl. — Ver-
nunftmäßigkeit der kathol. Religion, 1822. — Ein böhm. Reimlexicon
(nachgelassenes Werk Pu ch may r's), gab S>. (Pilsen 1324) sammt
der Biographie Puchmayr's und eine böhm. Physik in 2 Bden., eb.
1825—27, heraus. Bald darauf versuchte er sich arch in der Heraus?
gäbe deutscher Schriften und gab viele deutsche Gelegenheitsgedichte in
verschiedenen Zeitschriften heraus. Er hatte Antheil an den meisten in
Böhmen herausgelommenen böhmischen und deutschen Zeitschriften. In
Hormayr's Archiv, im neuen Archiv, in Schick h's Wiener Zeil-
schrift, in der Wiener Theaterzeitung befinden sich größere und kleinere
Aufsatze von ihm. Was zum Besten der Literatur, der Kunst und für
wohlthätige Zweckezu Pi lsen oder in seiner Nahe unternommen wurde,
daran nahm er stets freudig kräftigen, oft entscheidendenAntheil. Seit1816,
also durch volle 20 Jahre, ertheilte erzu 3—4 Stunden wöchentlich, aus
Liebe für die Jugend, unentgeldlich den Studirenden inderböhm. Sprache
Unterricht. Seine ausgezeichneten Mühen bey Begründung des Natio-
nal-Museums in Prag 1816 sind bekannt. Die Errichtung einer seit
öl) Jahren zu Pi lsen entbehrten böhm. Trivialschule 1819, welche
jetzt weir über 300 sonst verwahrloste Kinder besuchen, ist sein Werk.
Er begründete 1816 zu Brenn porzi tsch eine böhm. Lesegesellschaft,
die sogleich als wirkendes Mitglied in das böhm. National-Museum mit
500 Gulden Wiener Wahrung eintrat. Er stand dem Begründer der
Pilsener Kleinkinderschule, S. W. Schießler (s. d.) 1835 als treuer
Achates seit Anbeginn zur Seite, und hatte an der Ausführung des Wer-
kes wesentlichen Antheil. Durch seine, wohlthatigen Instituten gewid-
meten Schriften, brachte er bedeutende Summen zu derer Unterstützung
zusammen, so dem Pilsener Militar-Erziehungshause durch eine gedruckte
Rede, den Abgebrannten der Stadt Czellakowitz 1321, dann
der Stadt B la t tna 1834 durch in Druck gelegte Beschreibungen der
dortigen Feuersbrünste, durch die Elegien an Franz Grafen Deym's
Tod mehrere hundert Gulden den durch die Cholera verwaisten Kindern
inArnau; durch sein Gedicht: Der Pilsener Thurmbrand, brachte er
mehrere hundert Gulden der Pilsener Kinderschule zu. Er hatte seit 26
Jahren als Professor eine Menge Studirender in den ihm anvertrauten
Fächern gebildet und sah sie bereits bedeutende Stellen bekleiden, eine
Anzahl auch für die vaterländ. Sprache gewonnen, haben sich bereits als
Schriftsteller hervorgethan, als: Hein r. Ma rek, I. Mazan u. A. m.
Er war der Erste, der in seiner Muttersprache, der böhmischen, mathe-
matische und physikalische Werte herausgab, und mit vielen gelehrten
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe N-Sed, Band 4
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe N-Sed
- Band
- 4
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 660
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie