Seite - 51 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe See-V, Band 5
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S len iawa . — Sl lber .
bürg, 1662 zu Trient. Als sein Bruder Ferdinand Carl 1662
ohne Erben gestorben war, verließ er, seine Würde niederlegend, den
geistlichen Stand, und vermählte sich durch Procuration mitHedwig
Auguste, Prinzessinn von Pfalz-Sulzbach, starb jedoch, ehe er die
Heyrath vollziehen konnte, am Schlag 1665. Er war der Letzte semer
Linie, und Kaiser Leopold beerbte ihn. Leopold weigerte sich der
Gemahlinn S.'s den Titel und die ihr zukommende Appanage zu geben,
indem die Ehe nicht vollzogen sey, spater willigte er aber darein.
Sieniawa, galiz. Marktflecken mit 1,000 Einwohnern im Prze-
mysler Kreise, dem Fürsten Czartorys ki gehörig, hat ein Schloß
am rechten Ufer des San. In der Nahe ist ein Fasangarten. Seit Jah-
ren ist dieser Ort berühmt durch seine große Anzahl von Maurern, die
durch das ganze Land als gute Arbeiter bekannt sind, und sehr weit auf
Arbeit gehen.
Silber (Naturproduct). Obschon in früheren Zeiten die Aus-
beute an S., wie an edlen Metallen überhaupt, in den österr. Staaten viel
ergiebiger war, so ist sie noch heut zu Tage sehr bedeutend, und wird
wenigstens von keinem andern Lande Europa's übertroffen. In Ost er-
reich unter der Enns bestand noch vor mehreren Jahren ein Sil-
berbergwerk am Annaberg, wo jedoch seit lange nichts mehr ausgebeutet
wird. — In Obe rösterreich wird nur im Radhausberge, am Gold-
berg und am Hirzbach in der Fusch im Salzburgischen sogenanntes göldi-
sches Silber gewonnen, wovon die Mark 1Z bis 2Z Loch Gold enthält.
— In Stey er mark wird aus den silberhaltigen Bleybergwerken zu
Pichlhofen, am Rehberg, zu Feistritz, in der Taschen und zu
Thal, bey Gonowitz, am Loisberge, in der Lukanz, zu Ras-
wal d und beySchönst ein S. gewonnen, so wie auch aus dem silberhal-
tigen Kupfer zuEb lern. — InTyrol waren vor Alters die Bergwerke
des Falkensteins und der Altzöch europäisch berühmt, sie waren es, die
der Familie Fugger ihren Reichthum und dem Herzog Siegmund den
Beynahmen des Münz reichen verschafften; 1525 lieferten sie allein
77,375 Mark S., doch endlich begann der Bergbau zu sinken, und
sank immer mehr, daß er nur mit bedeutender Einbuße fortgesetzt, wer-
den konnte, und endlich ganz aufgelassen wurde. Ein von Privaten ge-
machter Versuch, den Bau fortzusetzen, schlug fehl. Gegenwärtig
besitzt Tyrol nur 2 Silberschmelzhütten, jene zu Klausen, welche
kein Metall ausbringt, sondern nur in das Rohe schmelzt, und jene zu
Brixlegg, welche einen Silbertreibherd hat, und somit Feinsilber
erzeugt. — I l l y r ien , Lombardie und Venedig liefern kein S.
— In Böhmen ist der Bergbau auf S. nicht unbedeutend, obschon
er freylich weit hinter der Ausbeute der frühern Jahrhunderte zurück-
steht. Die einst so reichen Bergwerke bey Kuttenberg, Elischau,
Rudolphstadt und Ioachimsthal sind entweder ganz aufge-
lassen oder tief herabgekommen. So z. B. wurden im letztgenannten Orre,
wo man im 16. Jahrhundert weit über eine Million Mark S. aus-
beutete, im Jahre 1327 nur 1,202 Mark gewonnen. Der reichste Berg-
bau auf S. ist jetzt zuPrzibram,wo 1335 die Ausbeute über 12,150
Mark betrug, auch werden noch kleine Quantitäten zu Ratiborzih,
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe See-V, Band 5
- Titel
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Untertitel
- Buchstabe See-V
- Band
- 5
- Autoren
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Verlag
- H. Strauß
- Ort
- Wien
- Datum
- 1835
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.3 x 22.0 cm
- Seiten
- 604
- Schlagwörter
- Nachschlagewerk, Biografien
- Kategorien
- Lexika National-Enzyklopädie